Palmenstrände und Korallenriffe

Eine lose Sammlung von Bildern aus unseren Unterkünften und Eindrücken auf den Yasawas. und danach ein paar Videos vom Schnorcheln in den Korallengärten

Jetzt lässt sich der Laptop nicht mehr laden und mit Glück ist das Ladegerät hops und nicht der Laptop. Wird sich wohl erst in Neuseeland klären und richten lassen ?

Manta Manta!

Unser nächstes Resort ist Barefoot Manta; mit dem Yasawa Flyer fahren wir bei schönstem Sonnenschein von Blue Lagoon etwa 2 Stunden an den Yasawas entlang, bis wir scharf links einbiegen in den schmalen Kanal zwischen den Inseln Drawaqa und Naviti. Hier liegt das Resort an einer Landspitze mit Stränden in drei Himmelsrichtungen, Sunset-, Sunrise- und Manta Ray beach. Wir haben einen fantastischen, offenen Bungalow direkt am Sunset beach mit Hängematte zwischen Palmen und einem Bankerl am Strand. Zuvor werden wir unterwiesen in die Gepflogenheiten des Resorts, so wird z.B. bei der Sichtung von Mantas auf einer großen Trommel Alarm geschlagen damit alle, die Mantas sehen wollen zur Tauchbasis eilen können. Blablabla, die Manta-Saison ist von August bis Oktober und jetzt vorbei… Noch bevor wir unsere Hütte bezogen haben, geht schon die Trommel. Wir hasten zu unserem Rucksack, reißen die Taucherbrillen heraus und sputen uns, noch passende Flossen zu bekommen, bevor wir das Boot mit zahlreichen anderen Gästen besteigen, welches uns wenige 100m hinaus in den Kanal bringt. Der erste Eindruck nach dem Hineinspringen ist milchig-blau, man sieht in der Brühe genau nichts. Aber genau das ist es, was die Mantas schätzen. Durch den flachen Kanal zwischen den Inseln strömt das Wasser jeweils bei Ebbe und Flut hindurch und schwemmt dabei Plankton und anderen Dreck hindurch. Die Mantas müssen also nur das Maul aufsperren und durch ihre leicht versalzene Suppe schwimmen um sich satt zu fressen. Zunächst sieht man aber nur viele nackte Beine mit bunten Flossen dran, aber plötzlich kommt da was viel größeres Schwarzes schemenhaft in Sicht und tatsächlich kommt der erste Manta so dicht heran geschwommen, dass mir ein wenig mulmig wird, aber gleich fliegt er elegant vorbei und wieder davon. Nach einer Weile wiederholt sich das Schauspiel, aber jetzt bin ich besser vorbereitet und folge dem Manta mit kräftigem Flossenschlag, denn sie haben es gar nicht eilig oder können vielleicht gar nicht schneller. Am besten ist, sich nicht in der Gruppe der planschenden Massen aufzuhalten, sondern einfach etwas abseits zu warten, bis wieder ein Manta vorbei geflogen kommt. Jedenfalls scheinen die Tiere nicht im Mindesten beeindruckt und ziehen ihre Bahnen unter oder neben den vielen Gaffern, manchmal mit beeindruckenden Wendemanövern, immer ein paar Putzerfische wie unten angklebt im Schlepptau. Zwischendurch gerate ich in einen riesigen Schwarm ganz absonderlich silberner Fische, die ihr Maul unglaublich weit aufreißen können, um ebenfalls das Plankton aufzusaugen. Das Paddeln gegen die Strömung und das Verfolgen der Mantas ist ganz schön anstrengend, so dass wir, fix und alle, wieder in das Boot steigen, noch völlig geflashed von den fliegenden Unterwasser-Giganten.

Seit meine Mutter, etwa als ich 12 war, einen pampasgrasgrünen Manta mit sagenhaften 90 PS gekauft hatte (mit dem ich dann etwas später auf nicht öffentlichen Feldwegen im Hintertaunus fahren gelernt hatte), war ich fasziniert von diesen Tieren. Habe aber heute erst verstanden, wo auf dem Logo vorne ist: das stumpfe Ende schwimmt voraus.

Höhlentauchen

Einen Ausflug zu den Höhlen Sawa-I-Lau sollten wir unbedingt machen, empfahl uns einhellig das Personal im Nanuya Boat House und Coconut Beach Ressort, nur hatten sie leider an den Tagen unseres Aufenthalts keine Touren auf dem Plan. Aber wir hatten Glück und konnten uns noch der vom Blue Lagoon Ressort angebotenen Fahrt am Vormittag unserer Abreise anschließen. Mit einem kleinen Boot aber kräftigen Außenborder ging es eine halbe Stunde nördlich bis zu einer kleinen namenlosen Insel, offensichtlich vulkanischen Ursprungs. Ausgerüstet mit Taucherbrille, Foto und Taucherlampe (hier kam das teure, schwere und ‚völlig überflüssige‘ Stück zu seinem glanzvollen Einsatz) ging es zunächst ein paar Stufen hinauf und dann wieder hinab in eine hohe Halle mit senkrechten Wänden, in die aber Licht von einem Loch in der Decke fiel und unten das Wasser stand. Über eine kunstvoll mit Seilen verschnürte Reste einer Baumarkleiter ging es hinein. Das Wasser war sicher 5 m tief und an den Wänden gab es kaum einen Halt. Der Guide erklärte nach einer Weile, dass es noch 4 weitere Höhlen gäbe, wir aus Zeitgründen aber nur 2 anschauen würden, allerdings müsse man von der einen Höhle in die andere tauchen, da der Durchgang bei Flut unter Wasser sei. Die Ebbe war jedoch noch nicht lange vorbei, also war der Durchgang vielleicht 20 cm nach oben offen, hoch genug für den Schnorchel jedenfalls. Trotzdem ist es ein merkwürdiges Gefühl, durch einen schmalen Spalt zu schwimmen, ohne den Kopf heben zu können, in der Hoffnung, dass man auf der anderen Seite wieder raus kommt. Aber mit dem starken Licht der Tauchlampe war das gar nicht so schwer und der zweite Höhlenteil, nun ohne Tageslicht war ungleich spannender, sowohl über als auch unter Wasser. Auch gab es eine schwimmende Installation aus Kloabflussrohren, an denen man sich wie an einem großen Rettungsring etwas ausruhen konnte. Ein irre langer Nachhall folgte auf das gemeinschaftlich gebrüllte ‚Bula‘, was einem sonst bei der Ankunft in jedem Ressort entgegenschallt, bevor wie den Rückweg antraten (schwimmend zwar, aber manche Schwimmer traten trotzdem). Einige, solche mit weniger Höhlenaffinität, waren durchaus froh, als sie wieder raus getaucht waren und den Kletterkunststücken unseres Guides zusehen konnten, der dann aus 5 Meter Höhe eine Arschbombe zum Besten gab.

Yasawa Islands

Der erste Tag auf Fiji fühlt sich sehr gut an, in der Früh um 7 gehen wir von unserem Hotel (im Design eines Parkhauses) nur quer über den Parkplatz zum Hafen, wo die Katamarane auf die Mamanuca und Yasawa Inseln ablegen. Der Katamaran fährt täglich die Inselgruppe entlang und kehrt nach 5 Stunden Fahrt wieder um. Alles ist perfekt organisiert, wir kaufen einen Wochenpass für den Yasawa Flyer und lassen für die ersten zwei Nächte im Octopus Ressort auf der Insel Waya reservieren. Da es auf den kleinen Inseln keine Anlegestellen gibt, kommen von den Resorts jeweils kleine Bötchen zum Katamaran und übernehmen Gepäck und Passagiere. Die Inseln sind unerwartet bergig und teilweise bewaldet mit wunderschönen Sandbuchten, in denen die Hütten am Strand stehen. Meist gibt es noch ein, zwei größere Gebäude für Küche und Restaurant. Also so richtig Südsee-Kitsch mit weißem Sandstrand und Palmen. Unser erstes Resort ist auf angenehme Weise komfortabel mit Bar am Strand, Tauchbasis, Pool (wie überflüssig!) und, weil Freitag ist, bekommen wir am Abend noch eine Show geboten, bei der alle Angestellten für die Gäste kräftig singen und tanzen. Gespeist wird unter einer großen, offenen Holzkonstruktion mit Sandboden an fein gedeckten Tischen. Die Vollpension ist zwingend aber durchaus lecker. Die Möglichkeiten, die Kalorien wieder loszuwerden sind überschaubar und Beach Volleyball ist auch nix, wenn frau sich beim Ausstieg aus dem Landungsboot die Zehen verstaucht. Die Traveller Szene ist erstaunlich jung (denn die Preise scheinen uns eher für ältere Semester erschwinglich). Die Europäer unter den Gästen sind fast überwiegend Weltreisende, die auch oft 6 Monate oder noch länger unterwegs sind. Jedenfalls überrascht es – anders als in Japan – niemanden, wenn wir nach unseren Reiseplänen gefragt werden.

Am Nachmittag waren wir trotz hoher Wellen und verblüffender Strömung im Hausriff beim Schnorcheln. Dort trafen wir auf einen Schwarm Zebra-Piranhas, die sich unerschrocken auf den verdutzten Badegast stürzen und kleine Stücke aus den Flanken beißen. Ideal für die adipösen Touristen, nach wenigen Minuten hat man schon ein paar Gramm weniger auf den Rippen…

Tags drauf klärt sich das Verhalten der Fische auf: Regelmäßig bietet das Resort Schnorcheln mit Fischfütterung im Riff an. Wie man am Mienenspiel des Kollegen rechts unten sehen kann, war er einfach sauer, dass ich nichts zu fressen für ihn dabei hatte.

Heute war der ereignisloseste Tag der letzten 7 Wochen

Mein 50. Tauchgang mit zu wenig Bleigewichten (hab ich abgenommen?), begleitet von einem wenig empathischen Tauchguide war nicht der Brüller, viele Korallen sind hier großflächig abgestorben und der einzige Hai des Tages war viel zu weit weg, um ihn streicheln zu können. Aber einen Tag lang nix machen, sich nur bedienen lassen, ist auch mal ganz ok. Das werden wir die nächsten 6 Tage noch weiter so machen, weil heute sind wir damit nicht fertig geworden…

Kidschi
Heute war es etwas windig… auf dem Weg nach Nanuya Boathouse

Nur eine Nacht waren wir in Nanuya Boathouse, einer preiswerten Unterkunft, angeschlossen an ein teures aber etwas seelenloses Ressort, nur 4 Gäste in der großen Anlage waren auch etwas strange. Aber das Abendessen – ein frisch gebratenes Filet vom lokal gefangenen White Snapper war sensationell gut. Schräg gegenüber auf der Insel Tavewa liegt das Coconut Beach Ressort, wo wir auch nur eine Nacht buchen konnten. Die Atmosphäre dort war ungleich herzlicher, ein kleiner Betrieb mit nur 8 sehr komfortablen Hütten, die in einem großen Palmenhain verstreut liegen. Das Hausriff war üppig bevölkert mit Fischen und Korallen aber etwas schwierig zu erkunden, da es eine starke Strömung gab und der Wind aus Nordost konstant stark weht. Am Abend gab es eine gemeinsame Runde mit allen 9 Gästen mit einer Kava Zubereitungs-Zeremonie bei der die Jungs vom Ressort natürlich am meisten konsumiert haben, dafür aber den ganzen Abend richtig gut gesungen und Gitarre gespielt haben.

Zum Abschied gab es einen Blütenkranz um den Hals und einen rührenden Abschiedssong von allen Angestellten des Ressorts. Dann ging es eine kurze Bootsfahrt hinüber auf die Insel Nacula in das Blue Lagoon Resort. Das hat seinen Namen völlig zu Recht, denn das Wasser hier ist wirklich unverschämt kitschig türkis. Hier auf der Lee Seite ist das Wasser spiegelglatt und ausgedehnte Korallenbänke laden zum Schnorcheln ein.

Das Höllenspektakel von Mount Yasur

Wir haben für die nächsten beiden Tage eine Unterkunft in den Bergen, nahe des berühmten Mount Yasur gebucht. Wenn man der Beschreibung in Booking.com glaubt, dann… tatsächlich aber ist die Strohhütte ohne Strom, ohne Wasser, ohne Klo auf einem Hügel im Dschungel gelegen mit fantastischem Blick über den dichten Wald hinweg direkt auf den Vulkan. Selten hatten wir eine so gigantische Lage, sogar aus dem Bett sieht man direkt auf den Kraterrand, aus dem ständig Wolken unterschiedlicher Färbung herausquellen. In Abständen donnert es von dem Berg herüber und in der Nacht ist das orange Glühen dieser Wolken vor dem klaren Sternenhimmel ein grandioses Schauspiel.

Weil dieser Vulkan so spektakulär ständig aktiv ist, sind entsprechend viele Touristen auf der Insel. Die Tour zum Berg ist – fast in japanischem Stil – perfekt organisiert und geradezu unverschämt teuer. Dafür wird noch eine Tanz-Show geboten und der Häuptling des Dorfes erteilt den vielleicht 50 Touristen aus aller Welt noch seinen Segen. Der Aufstieg zum Krater ist ein Witz, nachdem alle auf der Ladefläche mehrerer Pickups ganz dicht herangefahren wurden. Der Krater ist aber wirklich einmalig. Es gibt mehrere, unterschiedlich gute Aussichtspunkte, von denen aber nur diejenigen besucht werden können, die nicht gerade von den ätzenden, heißen Schwaden eingenebelt werden. Sehr tief unten befinden sich 4 Löcher aus denen die Gase unter hohem Druck entweichen und dabei immer wieder Lavafetzen in die Luft schleudern. Ab und zu kommt es zu heftigeren Ausbrüchen, mit Donnergrollen fliegen dann hunderte größere und kleinere Fladen weit in die Höhe und verteilen sich rund um die Krater. Was tagsüber schon faszinierend ist, wird nach Einbruch der Dunkelheit zu einem apokalyptischen Spektakel am Eingang in den Höllenschlund. Wir waren am ersten Abend fast eine Stunde in dem stürmischen Wind am Kraterrand gestanden und doch schien es kurz, als wir wieder in die Jeeps getrieben werden. Am nächsten Abend haben wir die Tour wiederholt, in der Hoffnung zu den Aussichtspunkten auf der gegenüberliegenden Seite gelassen zu werden, was tatsächlich der Fall war, da die zweite Crew etwas laxer bezüglich der Gefahren durch die Gase war. So standen wir dann zuweilen in den heißen Dämpfen, mit tränenden Augen durch die Asche und Schwefeldämpfe, aber glücklich noch etwas näher dran zu sein. Ein großartiger Ausbruch, bei dem die Lava bis in Höhe des Kraterrands, wahrscheinlich über 200 m in die Höhe geschleudert wurde und wie in Zeitlupe wieder in dem Schlund verschwand. Zurück am Besucherzentrum ließen wir uns mit Kisans Pickup wieder zu unserer Unterkunft fahren, da wir im Finstern nicht die halbstündige Abkürzung durch den Dschungel suchen wollten. Die Strecke querte zwei tief eingeschnittene trockene Bachbetten und war so ziemlich das Wildeste, was wir je mit einem Jeep gefahren sind. Ich habe mich auf der Rücksitzbank in die Mitte gesetzt und die beiden Griffe im Dach rechts und links wie ein Gibbon benutzt, um nicht gegen das Chassis oder gleich ganz aus dem Wagen geschleudert zu werden. Hier in den Bergen von Tanna braucht es eine gewisse Robustheit zum Überleben.

Tanna

Die Insel Tanna, im Süden von Vanuatu gelegen, auch mit einem aktiven Vulkan, ist touristisch besser erschlossen. Gleichwohl wurde uns erzählt, dass die Hunde auf Tanna sehr hungrig seien und von den Einheimischen lieber gegessen als gefüttert werden… Am 31.10. wollen wir weiter nach Fiji, sollten wir den Kontakt mit den ehemaligen Kannibalen heil überstehen.

Tanna wird mit einem ‚richtigen‘ Flugzeug angeflogen, auch ist außer der Landebahn noch eine Straße weitgehend asphaltiert. Unsere erste Nacht verbringen wir in einer kleinen Bungalowanlage, hübsch gelegen auf einem felsigen Plateau knapp oberhalb der Küste. Direkt vor uns befindet sich ein sogenanntes Blue Hole, mehr dazu später. Der nächste Tag beginnt mit einem Besuch in einem ‚Kastom Village‘, nach einer Fahrt mit dem Jeep in die Berge werden wir von einer in Bastumhang bekleideten jüngeren Frau erwartet. Miriam spricht nicht nur gut Englisch, sondern hat auch Geschick, uns mit der hier angesagten Bemalung im Gesicht aufzuhübschen. Dann geht es hinunter durch den Wald, mit zahlreichen Erläuterungen zu den Nutzpflanzen und Bäumen bis wir zur einer Platz mit einer Kochhütte kommen, in der für uns von anderen Frauen ein Laplap zubereitet wird, die in Vanuatu verbreitete auf heißen Steinen gegarte Pampe aus geriebenen Kochbananen, Taro und Kokosraspel, verfeinert mit spinatartigem Grünzeug aus dem Wald. Es ist ein bisschen wie Schuhbeck im Fernsehen, alles liegt bereit und jedes Stadium der Zubereitung ist auf wundersame Weise in 0,nix fertig und wir können natürlich aus dem bereits fertigen Paket kosten.

Weiter geht es zum Versammlungsplatz der Männer, auf denen uns der Häuptling vorgestellt wird, dessen (20 Jahre jüngere) Frau Miriam fleißig übersetzt. Die Männer tragen ein klein wenig Bast um die Lenden und einen Penisköcher. Der Medizinmann, ein schon etwas angegrauter älterer Herr, erklärt, wie er mit Hilfe eines scharfen Bambusmessers offene Knochenbrüche flickt und als Beweis wird uns eine der Frauen vorgeführt, die sich als Kind den Arm gebrochen hatte. Nun kommt noch ein Tanz zur Aufführung, dann dürfen wir aus den Souvenirs auswählen und das übliche Gästebuch fehlt auch nicht. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob das hier jetzt ein Freilichtmuseum oder die Realität ist… Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen, denn auf die Frage, woher das Dorf wusste, dass wir kommen würden, meinte unser Fahrer ganz lapidar, er hätte sie gestern am Handy angerufen. Naja und unten an der Hauptstraße sieht man niemanden im Baströckchen, alle tragen T-Shirts und kurzer Hosen. Trotzdem war das recht beeindruckend und die zahlreichen Kinder waren ja auch durchaus echt.

Zwei Tage später, zurück aus den Bergen kam uns die Unterkunft am Meer gleich richtig komfortabel vor und wir bekamen einen Kaffee, konnten uns duschen und die klebrige Mischung aus Mangosaft und Vulkanstaub aus der Wäsche waschen lassen. Und dann war da noch das Blue Hole, ein größeres Loch im Riff vor unserem Bungalow zu dem man bei Ebbe zu Fuß laufen kann und dann buchstäblich wie in ein Aquarium hineinspringen. Eine großartige Fülle von Korallen und Fischen erwartete uns, so waren wir ewig im Wasser und haben besonders lang die krass bunten Clownfische in ihren Seeanemonen aus nächster Nähe beobachten können. Zum Glück war der giftigen Seeschlange* der Sinn heute nicht nach weißem Touristenfleisch, so konnten wir unbehelligt den Pool wieder verlassen und die Weiterreise nach Fiji antreten. * Nattern-Plattschwanz

Danke, Air Vanuatu

5 Stunden Verspätung und ein verpasster Anschlussflug nach Tanna sind ja erstmal kein Grund zur Freude aber das Schicksal kann sich überraschend wenden und dann wird doch noch eine Geschichte daraus, die sich zu erzählen lohnt:

Nachdem wir den Supervisor am Flughafen gefunden hatten und unser Problem vorgetragen haben, wurden wir umgebucht auf den nächsten Tag und aufgefordert in der Halle zu warten, bis er einen Transport in unser, von Air Vanuatu gebuchtes Hotel organisiert hat. Da saßen wir nun und sahen zu, wie sich die Halle mit dem letzten Flugaufruf leerte und schließlich kam eine Mitarbeiterin und fragte, ob es uns gut gehe – scheinbar wollte sie zusperren und war etwas irritiert. Dann kam Bewegung in die Sache, es fuhr ein Van vor, der uns mitnahm. Der Beifahrer konnte allerdings die Frage, in welches Hotel wir gefahren würden nicht beantworten, das kläre sich noch unterwegs. Wir wurden dann in das Melanesian Hotel gebracht, welches absolut über unserem üblichen Budget rangiert. Nach 5 Tagen authentischer Eingeborenen-Hütte im Dschungel kam das große, blitzblanke Hotelzimmer mit Blick auf den Pool fast einer Erlösung gleich – Dusche und Klo funktionierten auf Anhieb und vor dem Balkon begann eine Gruppe Musiker Einheimisches darzubieten. Wir konnten unseren Essensgutschein einlösen und uns an dem üppigen Buffet laben. Zuvor aber wurden wir mit dem, aus Rauschpfeffer gebrauten Getränk Kava versorgt – ein Witz, dies in einem offensichtlichen Touristenressort zu bekommen, anstatt in einer finsteren Hütte auf Ambrym, wo wir es eigentlich erwartet hätten. Ein, zwei Schluck und Zunge und Lippen werden pelzig bis leicht taub, weitere Wirkungen sind die Linderung von Angstzuständen, Verlust der Bewegungskontrolle und Gesprächigkeit. Plötzlich erschienen uns fast nackte Wilde mit fürchterlichem Kriegsgeheul, rasselnd, stampfend ihre Waffen schwingend, tanzten um unseren Esstisch, auf dem das Fleisch von Flughunden lag. Sodann stiegen zahlreiche Nixen in den Pool und begannen ein wildes Geplansche. Langsam begann die Wirkung nachzulassen und wir spülten den bitter-erdigen Geschmack noch mit einem Cocktail von der Bar hinunter… Die Tickets von Air Vanuatu sind zwar nicht billig, aber dafür die Extras Spitzenklasse!

Im Kava-Rausch

Das Dorfleben auf Ambrym

Jeder grüßt freundlich und winkt, jedes Auto hält an und wir werden gefragt, wohin wir wollten um dann mitfahren zu können.

Schwätzchen halten: Die Menschen in Vanuatu sind sehr kommunikativ und neugierig, wir werden oft auf der Straße angesprochen und nach den ersten Standardfragen, how long in Vanuatu?, where are you from? entwickelt sich manchmal ein intensives Gespräch über Gott und die Welt (im wahrsten Sinne des Wortes). Gleich zu Anfang kommt das Gespräch auf die Chinesen, die hier ein unglaublich mieses Image haben und dann auf das Versagen der Politik, den Ausverkauf des Landes an China zu stoppen. Oft geht es nahtlos zu Hitler über; hier besteht massiver Aufklärungsbedarf (der ist übrigens schon lange tot und war ein schlimmer Mann). Sprachlich ist die Verständigung meist auf hohem Niveau möglich, inhaltlich ist schwer zu beurteilen, ob die Einheimischen uns wirklich glauben, dass Schule und Uni nichts kosten und die Deutschen eine Kranken- und Rentenversicherung, dafür aber kaum Kinder haben.

Polyglott: Es gibt in dem kleinen Dorf eine französische und eine englische Schule. Eine von beiden Sprachen beherrscht jeder, natürlich zusätzlich zu Bislama, der Amtssprache und natürlich der lokalen Muttersprache. Vanuato hat die höchste Sprachendichte der Welt, wenn man Wikipedia glauben darf.

Ein Lehrstück an Nachhaltigkeit: Wir staunen über die umfassende Nutzung der Naturprodukte durch die Einheimischen. Im Dschungel werden z.B. essbare (und sehr gut schmeckende) Farne gesammelt, die Vielfalt der Bäume beschert eine stetig wechselnde Versorgung mit frischem Obst, gerade fallen reife Mangos kiloweise von den Bäumen. Muss ein Sack zugebunden werden, greift man sich schnell eine Schlingpflanze, entfernt die Blätter und hat ein perfektes Seil. Der Plastik- Glas und Blechmüll hat auch hier Einzug gehalten, jedoch in sehr geringem Maße. Nur sehr wenige Nahrungsmittel werden ‚importiert‘, hauptsächlich Reis, Kekse und ein paar Fischkonservendosen. Ambrym ist sicher der am nachhaltigsten bewirtschaftete Flecken Erde, den wir je besucht haben. Ein Ammenmärchen ist aber, dass die Klobürsten auf Büschen wachsen.

Trekking-Tour zu den Vulkanen auf Ambrym

Nach dem Frühstück fahren wir mit Sam’s Pickup und zahlreichen Jungs auf der Ladefläche los zum Ausgangspunkt der Wanderung. Die Hauptstraße ist ein ausgewaschener Feldweg, manchmal geradeaus und flach, manchmal aber so steil und über Wurzeln und Felsen, dass der Allradantrieb im ersten Gang mit Sperrdifferential notwendig werden. An einigen besonders steilen Stellen wurde der Weg betoniert und wir treffen auch auf eine Baustelle, wo die Arbeiten noch im Gang sind. Ein Betonmischer und eine Rüttelplatte sind die einzigen motorisierten Werkzeug, alles andere ist Handarbeit, z.B. das Ausgraben eines riesigen Wurzelballens einer Kokospalme, die im Weg war. Der letzte Teil der Fahrt geht durch ein trockenes, sandiges Flussbett, bis eine Felsstufe den Beginn der Wanderung markiert. Unser Guide Talie spricht etwas Englisch, unsere Träger sind Philip und Terter, beide Mitte 20 und alle drei richtig lustig drauf, wobei man den Eindruck hat, dass die beiden Träger sich besonders über Talie amüsieren können, aber er ist der Chef und geht voraus, die Spinnweben und andere Hindernisse mit der Machete aus dem Weg räumend. Hier kommt ein autorisierter Einschub über die Vorteile, die Emanzipation nicht zu weit zu treiben. Talie befindet, dass die Träger meinen Rucksack tragen werden und ich dafür Susi von ihrem Gepäck befreie… Da außer unseren Sachen noch ein Zelt, Isomatten, zahlreiche Konservenbüchsen und 2 Reissäcken noch 10 Liter Wasser zu transportieren sind, haben die beiden Jungs ordentlich Gewicht auf den Schultern und tragen noch in beiden Händen ihr eigenes Zeug. Es geht zunächst durch das Flusstal weiter und wir tauchen ein in eine unwirkliche Kulisse, rechts und links des Flussbetts ragt fast senkrecht der Urwald in die Höhe, Baumfarne dominieren wie mit großen Sonnenschirmen die undurchdringliche Vegetation. Auf dem Weg geht es immer wieder über geschliffene Basaltfelsen, aber dann führt der Weg zum ersten Mal direkt in den Dschungel und wir steigen auf einem schmalen Trampelpfad in die Höhe, ab und zu durch tief eingefurchte Bachbetten. Das Grün schließt sich über uns. Natürlich ist es so heiß und feucht wie in einem Dampfbad. Nach eineinhalb Stunden machen wir Mittagspause um uns für den nun steilen Anstieg zu stärken. Für uns ist völlig unvorstellbar, wie die drei Jungs in Flipflops unterwegs sind und wenn es schwierig wird sogar lieber barfuß gehen. Der Pfad führt nun auf einem schmalen Grat entlang, der uns die Aussicht auf den Dschungel von oben und das im fernen Dunst liegende Meer freigibt. Nach dreieinhalb Stunden und ca. 700 hm sind wir am Zeltplatz angekommen. Es gibt einen großen Unterstand mit Tischen, Bänken und einer Feuerstelle sowie zahlreichen aufgestellten Töpfen, die das Regenwasser vom Dach auffangen. Unser Zelt wird auf einer perfekt ebenen Sandfläche aufgebaut. Das Klo ist sehenswert ob seiner Absurdität, aber leider gibt es kein Foto: Die Schüssel war mal auf zwei Balken über einer Grube im Wald gestanden. Nachdem die Balken zusammengebrochen sind (=> Plumpsklo) steht es nun ebenerdig und wartet hoffentlich vergeblich auf Benutzer.

Nach ausreichend Pause beginnen wir mit Talie den Aufstieg zum Krater des Benbow Vulkans. Nach dem kurzen Anstieg über eine Sanddüne ändert sich die Landschaft radikal. Eine Ebene aus schwarzem Sand und erstarten Lavaflüssen erstreckt sich vor uns und ganz in der Ferne liegen die dampfenden Krater. Immer wieder wird das Schwarz der vulkanischen Asche von grünem Moos unterbrochen, was sich wie Inseln ausbreitet und auch senkrechte Flächen besiedelt, die nicht vom Regenwasser weggespült werden. Wir marschieren in strammem Tempo und erreichen nach einer Stunde den Fuß des Kraters. Zum Kraterrand sind es nochmal ca. 200 hm in der prallen Sonne und es geht teilweise durch den weichen Sand, also etwas anstrengend. Als der Blick von einer auf die andere Sekunde in den riesigen Krater fällt ist das aber schnell vergessen. Geschätzt 2-3 Km Durchmesser und etliche 100 m misst dieses dampfende Rund. Wir haben viel Zeit zum Staunen, da Talie beschlossen hat, uns erst morgen zu dem anderen Krater zu führen. Der Rückweg ist in der Abendsonne eine leichte Übung und Talie erzählt eine Geschichte nach der anderen, deren Inhalt sich uns aber nicht immer komplett erschließt, das mag an seinem Englisch liegen oder daran, dass wir die Gedankengänge dieser Kultur einfach nicht erfassen können.

Zum Abendessen haben Philip und Terter einen großen Topf Reis gekocht und in einem weiteren Topf eine Pampe aus Nudelsuppentüten, Makrelen- und weiße Bohnen Dosen mit ein paar Zwiebeln. Es schmeckt besser als es aussieht und die Alternativen auf der Speisekarte waren sehr überschaubar. Die Nacht im engen Zelt war hart, heiß und stickig, bis wir das Überzelt aufgemacht haben. Außerdem war noch ein bissiger Hundertfüßer hineingelangt, aber es gab hier oben keine Kakerlaken, keine Ratten und nur wenige Mücken, dafür aber einen überwältigenden Sternenhimmel aus dem es wundersamerweise ab und zu leicht regnen konnte.

Nach einem ‚Kaffee‘ ging es früh um 7 los zum Krater Buluso, der noch jüngeren Datums ist. Die tief hängenden Wolken vermischten sich mit den Dämpfen aus den verschiedenen Rissen in der Erde zu einer spektakulären Stimmung. Der Aufstieg war leicht, aber das Gelände um den Krater voller Spalten und Abbrüche, sodass wir nochmal eindringlich gewarnt wurden, uns nur in Talies Nähe aufzuhalten und – sollte ein Erdbeben oder anderes Unerwartetes passieren – wir auf sein Kommando hin sofort um unser Leben zu laufen hätten, ohne noch irgendwelche Fotos anzufertigen. Der Krater war ähnlich groß und aktiv wie der Benbow, jedoch die Wände fast senkrecht und der Kraterrand so rissig, dass man glaubt, darauf warten zu können, dass sich große Felsstürze ereignen würden. Die Farben der Ausdünstungen waren vielfältig, besonders auffällig war, dass sich auf allen Schlackebrocken, die sich in der Umgebung türmten auf der, dem Krater zugewandten Seite eine weiße harte Schicht gebildet hatte, so dass je nach Blickrichtung ein völlig anderer Eindruck entstand.

Um 10 gab’s das Mittagessen, welches in der ungekochten Variante des Abendessens bestand (Reis war noch genug übriggeblieben). Der Abstieg war nicht minder schweißtreibend, da die Jungs ja jetzt weniger zu tragen hatten, ging es entsprechend flott bergab. Kurz nach Mittag waren wir wieder unten und warteten erschöpft und froh es geschafft zu haben auf den Pickup für die Fahrt zurück in Sam’s Doppelhüttenhälfte, deren anderer Teil nun von einem deutlich jüngeren französischen Pärchen bewohnt wurde. Allerdings fiel deren Toleranz gegenüber den Kakerlaken keineswegs höher aus. Wir haben sie damit getröstet, dass ihr Zeltplatz am Berg für die kommende Nacht in dieser Hinsicht echt besser sei. Ach ja und ich habe zwei kleine Verletzungen an Bein und Fuß, die sich eitrig entzündet haben. Über den Grad der hieraus drohenden Lebensgefahr bestanden zeitweilig unterschiedliche Einschätzungen. Bei Erscheinen weiterer Blogeinträge hat sich wahrscheinlich die eine Einschätzungen als zutreffender erwiesen.

Bei Sam und seiner Familie zu Gast in Craig Cove

Als wir aus dem Flieger aussteigen werden wir von einer netten Frau angesprochen, die sich als Sam’s Frau Elena vorstellt. Sam lädt gerade das Gepäck aus dem Rumpf. Nachdem die Twin Otter wieder in der Luft ist, geht es mit Sam’s Pickup (eines von 17 Fahrzeugen auf der Insel) direkt in die Kirche, der Gottesdienst hat schon begonnen.

Sam ist ein Multitalent in Craig Cove, er ist vermutlich so eine Art Ortsvorsteher, 2. Prediger in der Kirche, Tourismusminister von Ambrym, Hotelier, Besitzer des einzigen Fahrzeugs im Dorf und zuständig für die Abfertigung der Flugzeuge von Air Vanuatu. Wir sind bei ihm in einem kleinen Hüttchen mitten im Dschungel untergekommen, etwas außerhalb vom Dorf Craig Cove, welches aber genauso vom Dschungel verschluckt liegt. Sam hat drei Söhne und zwei Töchter, die im Neuseeland bzw. Australien arbeiten. Er lebt hier mit seiner Frau Elena, zahlreichen Enkeln und weiteren Verwandten, ich glaube so um die 15 Familienmitglieder. Wir essen gemeinsam in einer großen offenen Hütte, die Männer und die Gäste am Tisch, Frauen und Kinder am Boden. Es gibt – extra für uns und weil Sonntag ist – ein Huhn (von denen es nur so wimmelt hier) und eine Spezialität, Laplap, eine Masse aus Kürbis und Papaya in Bananenblätter eingeschlagen und mit erhitzen Steinen beschwert in einer flachen Grube am Boden gegart. Erst werden Steine mit einem Holzfeuer erhitzt und dann auf die heißen Steine die Bananenblätter mit Inhalt gelegt. Auf jeden Fall ist es sehr lecker!

Am Nachmittag gehen wir ins Dorf bzw. zum Hafen. Es gibt tatsächlich einen Laden, der sogar (es ist Sonntag!) offen hat, bei dem wir uns mit Trinkwasser eindecken können. Das Leitungswasser sollten wir lieber nicht trinken, meint Sam, der übrigens vorzüglich Englisch spricht. Er organisiert für uns Guide und Träger, die uns morgen auf den Vulkan bringen sollen, mit Zelt-Übernachtung auf dem ‚Basecamp‘.

Des Nachts kreucht und fleucht dermaßen viel Getier vor der Hütte, in der Hütte und nur mühsam mit dem Mückennetz vom Bett ferngehalten, dass es uns schon etwas graust. Details über den Zustand des Bades verschweige ich.

Markt in Craig Cove

Mittwoch ist Markttag. Der Markt ist jedoch nur eine armselige Ansammlung von etwas Gemüse, Bananen, Papaya und Kokosnüssen, also den Produkten, die sowieso jeder hier im Garten hat. Aber am Mittwoch kommen die wöchentlichen Versorgungsschiffe, eines aus Port Vila, das andere von der Insel Santo und deshalb ist eine Menge los am Hafen, der wohl seit dem Zyklon Pam keiner mehr ist. Das Schiff hat eine Landungsklappe und fährt mit dieser auf den kleinen kiesigen Strand, der mit Menschen, Säcken, Tonnen und Kartons schon ziemlich voll ist. Das Aus- und Einladen geht zügig aber nicht hektisch voran. Einige Pickups nehmen die Waren auf, die nicht direkt für den Laden hier bestimmt sind. Überhaupt ist der Laden schon eine Schau – es gibt eine überraschend breite Palette an Produkten, von der Wärmflasche bis zum Zementsack. Über Solarmodule werden zwei Kühltruhen soweit vereist, dass darin Fische gekühlt gelagert werden können, sofern sie nicht sofort verkauft werden, ein kleiner Thunfisch mit 2,5 Kg geht für ca. 13 € über die Theke.