Als wir aus dem Flieger aussteigen werden wir von einer netten Frau angesprochen, die sich als Sam’s Frau Elena vorstellt. Sam lädt gerade das Gepäck aus dem Rumpf. Nachdem die Twin Otter wieder in der Luft ist, geht es mit Sam’s Pickup (eines von 17 Fahrzeugen auf der Insel) direkt in die Kirche, der Gottesdienst hat schon begonnen.
Sam ist ein Multitalent in Craig Cove, er ist vermutlich so eine Art Ortsvorsteher, 2. Prediger in der Kirche, Tourismusminister von Ambrym, Hotelier, Besitzer des einzigen Fahrzeugs im Dorf und zuständig für die Abfertigung der Flugzeuge von Air Vanuatu. Wir sind bei ihm in einem kleinen Hüttchen mitten im Dschungel untergekommen, etwas außerhalb vom Dorf Craig Cove, welches aber genauso vom Dschungel verschluckt liegt. Sam hat drei Söhne und zwei Töchter, die im Neuseeland bzw. Australien arbeiten. Er lebt hier mit seiner Frau Elena, zahlreichen Enkeln und weiteren Verwandten, ich glaube so um die 15 Familienmitglieder. Wir essen gemeinsam in einer großen offenen Hütte, die Männer und die Gäste am Tisch, Frauen und Kinder am Boden. Es gibt – extra für uns und weil Sonntag ist – ein Huhn (von denen es nur so wimmelt hier) und eine Spezialität, Laplap, eine Masse aus Kürbis und Papaya in Bananenblätter eingeschlagen und mit erhitzen Steinen beschwert in einer flachen Grube am Boden gegart. Erst werden Steine mit einem Holzfeuer erhitzt und dann auf die heißen Steine die Bananenblätter mit Inhalt gelegt. Auf jeden Fall ist es sehr lecker!
Am Nachmittag gehen wir ins Dorf bzw. zum Hafen. Es gibt tatsächlich einen Laden, der sogar (es ist Sonntag!) offen hat, bei dem wir uns mit Trinkwasser eindecken können. Das Leitungswasser sollten wir lieber nicht trinken, meint Sam, der übrigens vorzüglich Englisch spricht. Er organisiert für uns Guide und Träger, die uns morgen auf den Vulkan bringen sollen, mit Zelt-Übernachtung auf dem ‚Basecamp‘.
Des Nachts kreucht und fleucht dermaßen viel Getier vor der Hütte, in der Hütte und nur mühsam mit dem Mückennetz vom Bett ferngehalten, dass es uns schon etwas graust. Details über den Zustand des Bades verschweige ich.
Markt in Craig Cove
Mittwoch ist Markttag. Der Markt ist jedoch nur eine armselige Ansammlung von etwas Gemüse, Bananen, Papaya und Kokosnüssen, also den Produkten, die sowieso jeder hier im Garten hat. Aber am Mittwoch kommen die wöchentlichen Versorgungsschiffe, eines aus Port Vila, das andere von der Insel Santo und deshalb ist eine Menge los am Hafen, der wohl seit dem Zyklon Pam keiner mehr ist. Das Schiff hat eine Landungsklappe und fährt mit dieser auf den kleinen kiesigen Strand, der mit Menschen, Säcken, Tonnen und Kartons schon ziemlich voll ist. Das Aus- und Einladen geht zügig aber nicht hektisch voran. Einige Pickups nehmen die Waren auf, die nicht direkt für den Laden hier bestimmt sind. Überhaupt ist der Laden schon eine Schau – es gibt eine überraschend breite Palette an Produkten, von der Wärmflasche bis zum Zementsack. Über Solarmodule werden zwei Kühltruhen soweit vereist, dass darin Fische gekühlt gelagert werden können, sofern sie nicht sofort verkauft werden, ein kleiner Thunfisch mit 2,5 Kg geht für ca. 13 € über die Theke.






