Der erste Tag auf Fiji fühlt sich sehr gut an, in der Früh um 7 gehen wir von unserem Hotel (im Design eines Parkhauses) nur quer über den Parkplatz zum Hafen, wo die Katamarane auf die Mamanuca und Yasawa Inseln ablegen. Der Katamaran fährt täglich die Inselgruppe entlang und kehrt nach 5 Stunden Fahrt wieder um. Alles ist perfekt organisiert, wir kaufen einen Wochenpass für den Yasawa Flyer und lassen für die ersten zwei Nächte im Octopus Ressort auf der Insel Waya reservieren. Da es auf den kleinen Inseln keine Anlegestellen gibt, kommen von den Resorts jeweils kleine Bötchen zum Katamaran und übernehmen Gepäck und Passagiere. Die Inseln sind unerwartet bergig und teilweise bewaldet mit wunderschönen Sandbuchten, in denen die Hütten am Strand stehen. Meist gibt es noch ein, zwei größere Gebäude für Küche und Restaurant. Also so richtig Südsee-Kitsch mit weißem Sandstrand und Palmen. Unser erstes Resort ist auf angenehme Weise komfortabel mit Bar am Strand, Tauchbasis, Pool (wie überflüssig!) und, weil Freitag ist, bekommen wir am Abend noch eine Show geboten, bei der alle Angestellten für die Gäste kräftig singen und tanzen. Gespeist wird unter einer großen, offenen Holzkonstruktion mit Sandboden an fein gedeckten Tischen. Die Vollpension ist zwingend aber durchaus lecker. Die Möglichkeiten, die Kalorien wieder loszuwerden sind überschaubar und Beach Volleyball ist auch nix, wenn frau sich beim Ausstieg aus dem Landungsboot die Zehen verstaucht. Die Traveller Szene ist erstaunlich jung (denn die Preise scheinen uns eher für ältere Semester erschwinglich). Die Europäer unter den Gästen sind fast überwiegend Weltreisende, die auch oft 6 Monate oder noch länger unterwegs sind. Jedenfalls überrascht es – anders als in Japan – niemanden, wenn wir nach unseren Reiseplänen gefragt werden.
Am Nachmittag waren wir trotz hoher Wellen und verblüffender Strömung im Hausriff beim Schnorcheln. Dort trafen wir auf einen Schwarm Zebra-Piranhas, die sich unerschrocken auf den verdutzten Badegast stürzen und kleine Stücke aus den Flanken beißen. Ideal für die adipösen Touristen, nach wenigen Minuten hat man schon ein paar Gramm weniger auf den Rippen…

Tags drauf klärt sich das Verhalten der Fische auf: Regelmäßig bietet das Resort Schnorcheln mit Fischfütterung im Riff an. Wie man am Mienenspiel des Kollegen rechts unten sehen kann, war er einfach sauer, dass ich nichts zu fressen für ihn dabei hatte.

Mein 50. Tauchgang mit zu wenig Bleigewichten (hab ich abgenommen?), begleitet von einem wenig empathischen Tauchguide war nicht der Brüller, viele Korallen sind hier großflächig abgestorben und der einzige Hai des Tages war viel zu weit weg, um ihn streicheln zu können. Aber einen Tag lang nix machen, sich nur bedienen lassen, ist auch mal ganz ok. Das werden wir die nächsten 6 Tage noch weiter so machen, weil heute sind wir damit nicht fertig geworden…


Nur eine Nacht waren wir in Nanuya Boathouse, einer preiswerten Unterkunft, angeschlossen an ein teures aber etwas seelenloses Ressort, nur 4 Gäste in der großen Anlage waren auch etwas strange. Aber das Abendessen – ein frisch gebratenes Filet vom lokal gefangenen White Snapper war sensationell gut. Schräg gegenüber auf der Insel Tavewa liegt das Coconut Beach Ressort, wo wir auch nur eine Nacht buchen konnten. Die Atmosphäre dort war ungleich herzlicher, ein kleiner Betrieb mit nur 8 sehr komfortablen Hütten, die in einem großen Palmenhain verstreut liegen. Das Hausriff war üppig bevölkert mit Fischen und Korallen aber etwas schwierig zu erkunden, da es eine starke Strömung gab und der Wind aus Nordost konstant stark weht. Am Abend gab es eine gemeinsame Runde mit allen 9 Gästen mit einer Kava Zubereitungs-Zeremonie bei der die Jungs vom Ressort natürlich am meisten konsumiert haben, dafür aber den ganzen Abend richtig gut gesungen und Gitarre gespielt haben.
Zum Abschied gab es einen Blütenkranz um den Hals und einen rührenden Abschiedssong von allen Angestellten des Ressorts. Dann ging es eine kurze Bootsfahrt hinüber auf die Insel Nacula in das Blue Lagoon Resort. Das hat seinen Namen völlig zu Recht, denn das Wasser hier ist wirklich unverschämt kitschig türkis. Hier auf der Lee Seite ist das Wasser spiegelglatt und ausgedehnte Korallenbänke laden zum Schnorcheln ein.











