Fitzroy und Cerro Torres 2 Tage ungeschützt der Sonne ausgesetzt
So wie das Internet gestern, war heute das Wetter gestört. Anstatt Nebel und Regen, gab es versehentlich gar kein Wetter, d.h. ungefilterten Sonnenschein, außerdem wurde vergessen die Wind-App zu starten und dementsprechend spielte auch die Temperatur verrückt. Diese landestypische Panne haben wir genutzt für ausgedehnte Wanderungen zum Fuße des 3400 m hohen, die Szenerie beherrschenden Fitzroy und tags darauf zum Cerro Torre, einer spektakulären Granitnadel, die 3100 m in den Himmel ragt.
El Chalten ist ein Dorf, mit perfekt auf Wanderer abgestimmter Infrastruktur und dem großen Vorteil, dass alle Wanderungen direkt im Dorf beginnen, man braucht also kein Tourenveranstalter, Auto, Bus, etc. sondern geht einfach los auf die bestens ausgeschilderten Wanderwege des Nationalparks Los Glaciares. So noch nicht erlebt haben wir auch die Ansage der Parkrangerin, dass man kein Wasser auf die Wanderung mitnehmen müsse, sämtliche Fließgewässer seien bedenkenlos zum Trinken geeignet (sofern man das Wasser einige Zeit in der Sonne von den gefühlten Eiswürfeln befreit)
Der Wanderweg zum letzten Aussichtspunkt auf den Fitzroy, bevor das hochalpine Gelände beginnt, ist 12 km lang und geht 800 m nach oben. Aber der Weg durch diesen unberührten Nationalpark ist jede Mühe wert, das fanden übrigens viele andere auch. Leider muss man dann auch alles wieder zurück laufen bis man sich erschöpft, mit wunden Füßen, in einer der Bierbars mit lokal Gebrautem aus El Chalten in die letzten Sonnenstrahlen setzen kann.

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Der Weg zum Cerro Torre ist weniger beschwerlich, aber fast genauso lang. Hat man das Ziel auf der Endmuräne endlich erreicht, gibt es als besonderes Schmankerl in dem See am Fuße des Torre-Gletschers zahlreiche Eisberge zu bestaunen.
Im Lauf des Tage kam das Wetter wieder in Gang und produzierte genug Wolken, um den Cerro Torre wieder zu verschleiern. Unter Bergsteigern gilt er als einer der schwierigsten Berge der Welt.
Diese beiden Wanderungen gehören zu den absoluten Highlights in Patagonien!

Nun ist aber gut mit Patagonien. Das nächste Ziel auf dem Weg in die Atacama Wüste ist Buenos Aires – das liegt zwar nicht gerade am Weg, wenn wir aber nicht eine Woche im Bus verbringen wollen, kommen wir nur über Buenos Aires wieder nach Chile. Und es soll durchaus einen Besuch lohnen, mal sehn…








