Das 10 Gänge Menü im Ryokan Yudanaka Yasuragi

In manchen Ryokans gibt es (optional) ein Abendessen, welches die Hausfrau selber zubereitet. Hier haben wir eine völlig unbekannte drei Sterne Köchin entdeckt. Serviert wurde in einem Raum mit einem niedrigen Tisch und zwei beinlosen Stühlen, also eigentlich nur einer Rückenlehne mit dünnen Kissen. Die Gastgeberin klopft an und öffnet die Schiebetür aus Reispapier, verbeugt sich tief um dann auf Knien herbeizurutschen um den nächsten Gang aufzutragen, zu erklären und sich wieder mit wortreichem Gemurmel zu verabschieden. Die einzelnen Gerichte sind in hübschen Schüsselchen oder speziellen Gefäßen dekoriert. Manches ist – obwohl vorzüglich – nicht zu identifizieren, wildes Berggemüse, Quallenstreifen (?) … Nach vier Gängen sind wir der Meinung: Nu is aber gut, man wäre jetzt eigentlich satt. Die Rechnung war aber ohne die Wirtin gemacht, die jetzt erst so richtig aufdreht. Mit einem Stövchen wird der 7. Gang auf dem Tisch gegart, zarte Rindfleischstreifen mit diversen Beigaben. Den 8. und 9. Gang zwingen wir uns unter Höflichkeitsfloskeln auch noch hinunter, der 10. Gang, das Obst kommt mit auf’s Zimmer. Eigentlich hätten wir eine Sänfte für den Weg ins Bett benötigt.

Die Bade-Affen in Yudanaka

In den japanischen Alpen leben wilde Makakken, außerdem gibt es zahlreiche heiße Quellen – was liegt also näher als sich im Winter in dem warmen Wasser aufzuwärmen. Im Herbst allerdings sind die Affen nicht so blöd wie die Menschen, sich in die heiße Brühe zu legen, sie kommen aber trotzdem gerne, da sie die, von den Mitarbeitern des ‚Parks‘ ausgestreuten Reiskörner schätzen und sorgsam Korn für Korn (beidhändig gleich geschickt) als Snack verputzen. Es sind bestimmt über 100 Affen zugegen, allesamt selten entspannt, die Besucher kaum zur Kenntnis nehmend. Die Menschen werden gebeten, einen Meter Abstand zu den Affen zu wahren, die Affen werden umgekehrt darum nicht gebeten… Es ist ein wildes Treiben, besonders die Kleinen balgen sich unentwegt zu zweit, zu dritt, zu viert, ein ganzes Knäuel Affenbabies – wenn sie nicht gerade von der Mutter gelaust und gesäugt werden. Überhaupt sind alle ständig mit der gegenseitigen Fellpflege beschäftigt, das wohlige Gefühl derer, die gerade behandelt werden, ist ihnen ins Gesicht geschrieben.

Da laust mich doch der Affe