Das Thermalgebiet Te Puia

Fast noch in der Stadt Rotorua liegt das Thermalgebiet Te Puia auf Maori Grund und wurde von den dort lebenden Familien zu einem komplett durchorganisierten Massenbetrieb ausgebaut. Parkplätze für hunderte Autos, Besucherzentrum mit Führungen und Maori Culture Shows inclusive. Wir haben an einer Show teilgenommen und waren überrascht, wie ähnlich sie zu der Fiafia Vorführung in Samoa war (die allerdings ungleich virtuoser war). Die Maori sind ja auch erst um ca. 1300 n. Chr. von Polynesien nach Neuseeland gelangt. Die eigentliche Attraktion ist jedoch der Geysir Pohutu, der größte der südlichen Halbkugel. Er bricht 1-2 mal die Stunde aus und sein Ausbruch wird freundlicherweise von einem kleineren Nachbar Geysir angekündigt. Der Ausbruch erfolgt nicht so schlagartig, wie wir das von Island oder dem Yellowstone Park kennen sondern eher zögerlich, dauert dafür aber deutlich länger. Die Fontäne geht dennoch beeindruckend weit nach oben, aber die 30m aus dem Prospekt erreicht er heute nicht so ganz. Der Wind treibt die Nebelschwaden vor sich her und wer am falschen Platz steht, bekommt eine ordentliche Dusche ab. Wenn nach ein paar Minuten der Geysir zur Ruhe kommt, plätschert auch kein Wasser mehr über die Sinterterrassen, nur bescheidene Dampfschwaden markieren das Loch.

Erst vor wenigen Wochen wurde als weitere Attraktion ein Kiwi Nachtgehege eröffnet. Drei Vögel befinden sich darin und tatsächlich ist einer wach und stochert hinter der dicken Glasscheibe mit seinem langen Schnabel in dem losen Waldboden herum. Kiwis können bis zu 60 Jahre alt werden, dieser hier ist aber noch recht jung und kaum größer als ein Huhn. Seine Art zu Laufen ist aber wirklich putzig.

Rotorua und der grauslige Zeltplatz

Hier in Rotorua gibt es so viel zu sehen, dass es ein richtiger Stress ist, das Wichtigste in dem berühmten Thermalgebiet auszuwählen und in einen Plan zu gießen. Der Ort selber ist von erschreckender Gesichtslosigkeit. Das eigentlich wunderschöne Seeufer liegt brach und alle Restaurationen befinden sich in einer Art überdachter Einkaufsstraße in nur mühsam ausgekleideten Lagerhallen aus Wellblech. Der Campingplatz liegt zentral, was bei Hotels üblicherweise die Umschreibung für ständigen Verkehrslärm ist – auch hier trifft das zu, und es ist tatsächlich so, als würde man auf dem kleinen Grünstreifen eines Supermarktparkplatzes zelten. Wir sind umstellt von Wohnmobilen aller Größen, zelten tun wohl nur die Mittellosen, jedenfalls nicht die anderen deutschen Touristen, die den Platz scheinbar exklusiv besetzt haben. Und weil es grad praktisch war, haben wir auch noch für zwei Nächte bezahlt. Da werden wir wohl zukünftig etwas besser aufpassen müssen. Immerhin gibt es zwei kleine Thermalwasserbecken in die man sich zur Beruhigung legen kann. Die sonstige Ausstattung ist perfekt, allerdings brauchen wir weder Hüpfburg noch Fernsehraum. Seit wir uns für 49$ als Mitglied dieser Campingplatzkette haben ködern lassen sparen wir 10% auf den Übernachtungspreis und hätten auch sonst noch hier und da einen Discount, würden wir rechtzeitig daran denken, den Mitgliedsausweis zu zücken.