Tanna

Die Insel Tanna, im Süden von Vanuatu gelegen, auch mit einem aktiven Vulkan, ist touristisch besser erschlossen. Gleichwohl wurde uns erzählt, dass die Hunde auf Tanna sehr hungrig seien und von den Einheimischen lieber gegessen als gefüttert werden… Am 31.10. wollen wir weiter nach Fiji, sollten wir den Kontakt mit den ehemaligen Kannibalen heil überstehen.

Tanna wird mit einem ‚richtigen‘ Flugzeug angeflogen, auch ist außer der Landebahn noch eine Straße weitgehend asphaltiert. Unsere erste Nacht verbringen wir in einer kleinen Bungalowanlage, hübsch gelegen auf einem felsigen Plateau knapp oberhalb der Küste. Direkt vor uns befindet sich ein sogenanntes Blue Hole, mehr dazu später. Der nächste Tag beginnt mit einem Besuch in einem ‚Kastom Village‘, nach einer Fahrt mit dem Jeep in die Berge werden wir von einer in Bastumhang bekleideten jüngeren Frau erwartet. Miriam spricht nicht nur gut Englisch, sondern hat auch Geschick, uns mit der hier angesagten Bemalung im Gesicht aufzuhübschen. Dann geht es hinunter durch den Wald, mit zahlreichen Erläuterungen zu den Nutzpflanzen und Bäumen bis wir zur einer Platz mit einer Kochhütte kommen, in der für uns von anderen Frauen ein Laplap zubereitet wird, die in Vanuatu verbreitete auf heißen Steinen gegarte Pampe aus geriebenen Kochbananen, Taro und Kokosraspel, verfeinert mit spinatartigem Grünzeug aus dem Wald. Es ist ein bisschen wie Schuhbeck im Fernsehen, alles liegt bereit und jedes Stadium der Zubereitung ist auf wundersame Weise in 0,nix fertig und wir können natürlich aus dem bereits fertigen Paket kosten.

Weiter geht es zum Versammlungsplatz der Männer, auf denen uns der Häuptling vorgestellt wird, dessen (20 Jahre jüngere) Frau Miriam fleißig übersetzt. Die Männer tragen ein klein wenig Bast um die Lenden und einen Penisköcher. Der Medizinmann, ein schon etwas angegrauter älterer Herr, erklärt, wie er mit Hilfe eines scharfen Bambusmessers offene Knochenbrüche flickt und als Beweis wird uns eine der Frauen vorgeführt, die sich als Kind den Arm gebrochen hatte. Nun kommt noch ein Tanz zur Aufführung, dann dürfen wir aus den Souvenirs auswählen und das übliche Gästebuch fehlt auch nicht. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob das hier jetzt ein Freilichtmuseum oder die Realität ist… Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen, denn auf die Frage, woher das Dorf wusste, dass wir kommen würden, meinte unser Fahrer ganz lapidar, er hätte sie gestern am Handy angerufen. Naja und unten an der Hauptstraße sieht man niemanden im Baströckchen, alle tragen T-Shirts und kurzer Hosen. Trotzdem war das recht beeindruckend und die zahlreichen Kinder waren ja auch durchaus echt.

Zwei Tage später, zurück aus den Bergen kam uns die Unterkunft am Meer gleich richtig komfortabel vor und wir bekamen einen Kaffee, konnten uns duschen und die klebrige Mischung aus Mangosaft und Vulkanstaub aus der Wäsche waschen lassen. Und dann war da noch das Blue Hole, ein größeres Loch im Riff vor unserem Bungalow zu dem man bei Ebbe zu Fuß laufen kann und dann buchstäblich wie in ein Aquarium hineinspringen. Eine großartige Fülle von Korallen und Fischen erwartete uns, so waren wir ewig im Wasser und haben besonders lang die krass bunten Clownfische in ihren Seeanemonen aus nächster Nähe beobachten können. Zum Glück war der giftigen Seeschlange* der Sinn heute nicht nach weißem Touristenfleisch, so konnten wir unbehelligt den Pool wieder verlassen und die Weiterreise nach Fiji antreten. * Nattern-Plattschwanz

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