Streichelzoo in der Lagune

Natürlich werden auch auf Bora Bora Ausflüge und Aktivitäten aller Art angeboten. Wir entscheiden uns für einen Halbtages-Bootsausflug mit Schnorchel Einlagen. Die Empfehlung dazu hatten wir schon auf Rangiroa von einem deutschen Pärchen bekommen. Wir haben das Glück, ein Boot ganz für uns zu haben, es ist Nebensaison und da sind dem Kapitän Mata die 2 Spatzen in der Hand auch recht. Seine Frau (er nennt sie ‚mon Patron‘) ist auch dabei und wir müssen uns mehr oder weniger auf französisch unterhalten, was aber nach einer Woche reinhören langsam besser wird. Die Fahrt geht zunächst an den Rand der Lagune, wo das Wasser quietsch türkis und nur hüfttief ist. Schon von weitem sieht man Boote und Menschen im Wasser und noch bevor wir die Stelle erreichen, schwimmen zahlreiche Rochen, mehr Schatten als Fisch, auf das Boot zu. Das ist also die Attraktion hier. Kaum im Wasser sind wir umringt von dutzenden Haien und Rochen und hunderten anderer hübscher Fische, die auf die mitgebrachten Leckereien warten. Sie sind hier noch zutraulicher, um nicht zu sagen handzahm, als auf Rangiroa. Besonders die Rochen, manche bestimmt einen Meter im Durchmesser, kann man sich mit einem kleinen Stückchen Fisch, vor deren Nase gehalten, fast wie einen Lappen um den Bauch wickeln, wenn man mag. Sie fühlen sich wie sehr zartes Leder an. Wahrscheinlich würden Meeresbiologen die Nase rümpfen, aber die Rochen müssten ja nicht Bussi Bussi machen und würden trotzdem – wie die Haie – satt und zufrieden, kaum noch in der Lage zu schwimmen, nach Hause treiben. Als einer der Haie einen ganz fetten Brocken erwischt, wird es einen Moment lang etwas mulmig. Er würgt, in wilder Flucht, so schnell es eben geht die Beute herunter. Seinen Kollegen ist das nicht entgangen, in ihrem Frust schnappen sie den anderen Fischen hinterher, die aber schneller ausweichen können als ich. Aber es beruhigt sich ohne Verlust an Körperteilen. Das bleibt jedenfalls in den Top 10 der Erlebnisse mit wilden Tieren.

Bora Bora

Die Anreise nach Bora Bora erfolgt natürlich mit dem Flugzeug von Papeete, vorbei an Huaine, Raiatea und Tahaa, und ist schon ein Erlebnis für sich. Der Flughafen von Bora Bora liegt wiederum auf einer vorgelagerten Insel und man steigt vom Flugzeug in einen chicen Katamaran, um noch ein paar Kilometer durch die Lagune mit Blick auf die zerklüfteten Berge Bora Boras bis zum Hauptort Vaitape zu gleiten. Dann geht’s mit dem Bus weiter, der uns direkt in unser Hotel ‚Royal Bora Bora‘ bringt – im Vergleich zu Rangiroa 10 Stufen weiter oben auf der Luxusskala.

Bora Bora ist ein Hype, besonders die Amerikaner scheinen von hier wie magisch angezogen um ihre Flitterwochen zu verbringen. Schade um die Insel, denn sie leidet. Praktisch alle Motus, die sich um die Hauptinsel aufreihen und den Rand der Lagune markieren sind von internationalen Hotelketten gekauft und mit Stelzenbungalows in der Lagune gepflastert, so monoton wie eine neu gebaute Reihenhaussiedlung. Warum sich so viele finden, die gerne 1000€ die Nacht dafür ausgeben, ist mir ein Rätsel. Die Einheimischen leiden auch unter den Preisen im Supermarkt und beklagen sich auch hier über die Chinesen. Zur Not wären da noch ein paar Kanonen der Amerikaner aus dem letzten Weltkrieg…

Mit einem ganz passablen Mountain Bike habe ich die Insel auf der Küstenstraße umrundet, ca. 32 km (Susi hatte sich einen Tag auskurieren müssen). Es ist Mangozeit und überhall hängen die Früchte prall und bunt an den Bäumen oder liegen schon matschig und angegoren auf der Straße. Die Ausblicke in die Ferne sind grandios, aber am Straßenrand schaut es so aus, als würde morgen der Sperrmüll eingesammelt, oft qualmt noch ein schwelender Müllbrand und verpestet die Luft, gut, dass immer ein Wind bläst. Zusammengefasst: Bora Bora wird überschätzt.

Aber schöne Sonnenuntergänge können sie schon hier, vielleicht unfreiwillig unterstützt von den australischen Buschfeuern