Viele Menschen sind es nicht, die zwei mal Silvester feiern können, denn über die Datumsgrenze gibt es kaum Flugverbindungen, da hatten wir uns was eingebildet, an Neujahr von Auckland nach Papeete zu fliegen. Aber… Die Hauptstadt französisch Polynesiens auf der Insel Tahiti ist am Silvesterabend und am Neujahrstag komplett geschlossen. Wir sind weite Wege gegangen, an der Hafenpromenade entlang in das Zentrum, aber außer Obdachlosen war niemand auf der Straße. Alle Läden, Restaurants und Bars, sofern es diese überhaupt gibt, waren zu. Eine einzige Silvesterparty auf dem Hauptplatz der Hauptstadt ist eine geschlossene Veranstaltung, kein Einlass, wenn man nicht auf der Liste steht und entsprechend gekleidet ist. Zum Glück haben wir am Abend in einem Supermarkt noch ein Baguette, etwas Käse, Salami und Tomaten ergattert. Sonst hätten wir nix zu essen gehabt, denn auch das Hotel war in soweit geschlossen, als nur der Schlüssel zu unserem Zimmer auf dem Tresen lag – die scheinbar taubstummen Gäste verschwanden im Lauf des Abends von der Veranda zum Flughafen. Immerhin tauchte ein Schweizer Ehepaar auf, mit dem man sich unterhalten konnte, bis sie kurz vor Mitternacht ins Bett mussten. Im etwas entfernten Stadtzentrum konnte man dann eine Handvoll Raketen erahnen, vermutlich von der Party. Wahrscheinlich hat der Frust darüber, die letzten auf der Welt zu sein, die das neue Jahr begrüßen, zu einer trotzigen, selbst gewählten Ausgangssperre geführt. In weiser Voraussicht hatte ich die letzten NZ$ am Flughafen in Auckland in eine Flasche Rotwein investiert, aber die Menge Alkohol hat nicht gereicht, über das Elend hinwegzusehen. Immerhin kann es im neuen Jahr nur besser werden, morgen geht es weiter nach Rangiroa.

