Heute haben wir zwei Höhlen besucht, die sich in Privatbesitz befinden, in einer kleinen Gruppe, mit einem Maori-Führer, der auf der Fahrt ins Hinterland einige Geschichten ‚aus dem Nähkästchen‘ erzählt hat. Besonders die Erläuterungen zur Forstwirtschaft waren interessant, die Pinien wachsen hier dreimal so schnell (like mushrooms) wie in Kalifornien, wo sie beheimatet sind. Nach 25 Jahren ist so ein Baum reif zum Schlagen und ich hätte sie auf 80-100 Jahre geschätzt. Die Grundbesitzer haben von Schaf- auf Baumzucht umgestellt, die Bauern auf Rinderhaltung und Milchwirtschaft. Die Gegend ist für Tierhaltung gefährlich, in der Trichterlandschaft gibt es zahlreiche Löcher, die 20 oder mehr Meter hinab in die Höhlen führen. Zur Sicherheit sind die Löcher mit Bäumen umpflanzt, aber immer neue Senkungen tun sich auf.
Die Höhlen sind kleiner als die von gestern, aber nicht weniger spannend, besonders weil wir viel Zeit bekommen um die Augen vollständig an die absolute Dunkelheit zu gewöhnen. Dann sieht man auch, wie sich die Glühwürmchen in dem Wasserlauf der Höhle spiegeln, den wir ganz langsam durchgleiten und erst am Ende der Tour dürfen die Fotos ausgepackt werden. Die Fangfäden glänzen im fahlen Licht der Würmer, die die Decke und alle überhängenden Felsen der Höhle dicht besiedelt haben. 9 Monate dauert die ‚Wurmphase‘, ein paar Wochen die Verpuppung und nur 2-3 Tage leben die Fliegen um sich zu paaren, alles in der Dunkelheit. Nachts kommen Insekten in die Höhle und verfangen sich in den klebrigen Fäden, die die Würmer zahlreich um sich herum ausgehängt haben.
In der Nähe der Höhleneingänge leben die Wetas, riesige Grillen, an den Wänden versteckt. Das besondere Highlight der Spirit Cave ist das Skelett eines Moas, in die Höhle gefallen vor mehr als 600 Jahren. Denn vor 600 Jahren sind die Moas, riesige flugunfähige Laufvögel, in kürzester Zeit durch die Maori ausgerottet worden, als diese Neuseeland als erste Menschen besiedelt haben.
Und vor der Höhle lag im flachen Wasser des Bachs ein Streichel-Aal mit ganz weicher Haut, der nach der Streicheleinheit erwartungsfroh und hungrig den Kopf aus dem Wasser streckte – leider vergeblich, da ich wieder mal kein Aalfutter einstecken hatte.













