Perito Moreno Gletscher

Das eigentliche Ziel aller Besucher von El Calafate ist der Gletscher Perito Moreno. Seine Berühmtheit erlangte er von dem seltenen Naturschauspiel, indem er mit seiner schnell vordringenden Eisfront (2m/Tag) einen Arm des Lago Argentino an einer Engstelle verstopfen kann. Unter dem Druck des sich anstauenden Wassers bricht irgendwann der Gletscher mit Getöse und einer großen Flutwelle auseinander. Aber auch ohne dieses Spektakel life zu erleben (das passiert unregelmäßig alle paar Jahre) ist dieser Gletscher eine absolute Ausnahmeerscheinung. Mit senkrechten, fast glatten Wänden, die bis zu 70 m hoch sind (und über 150 m in die Tiefe des Sees reichen) in blendendem Weiß kontrastiert er mit dem Braun und Grün der umliegenden Berghänge und dem Türkis des Sees. Alle paar Minuten kracht es irgendwo auf der kilometerlangen Eisfront und oft fallen große Brocken mit Getöse ins Wasser. Mit einem Boot fahren wir auf den See hinaus und haben eine Stunde Zeit, das Kalben zu beobachten – aber natürlich nicht so exklusiv wie auf der Skorpios, dafür aber bei strahlendem Sonnenschein, indem so ein Gletscher auch eine gute Figur macht. Der Perito Moreno ist ca. 30 km lang und man sieht die Berge um die herum er sich in Richtung des Sees wälzt und ahnt die Mächtigkeit des Campo Hielo del Sur, der ihn speist. Auf einem Hügel nahe der Gletscherkante sind kilometerlange Blechgitter-Wege angelegt, mit zahlreichen Aussichtspunkten, für die wir nochmal 2 Stunden Zeit haben, bevor der Bus wieder zurück nach El Calafate fährt, entlang des Lago Argentino, dem größten See Argentiniens.

Im Sommer ist es oft stürmisch hier, bis zu 150 km/h kann der Föhn blasen und die Zeichen dieses Wetterphänomens sind hier wie aus dem Lehrbuch: Die Föhnmauer entlang der Berggipfel und die Föhnwelle angezeigt von den seltenen Wolken Altostratus Lenticularis.

El Calafate, Argentinien

Mit dem Bus sind wir über die grüne bzw. braune Grenze nach Argentinien eingereist. Nur wenige Kilometer hinter Puerto Natales zweigt ein Feldweg links von der Straße ab, an dessen Beginn eine Hütte mit Schranke steht, der chilenische Grenzposten. Die Formalitäten waren für die wenigen Buspassagiere schnell erledigt und dann ging es ganz behutsam weiter über die Schlaglochpiste bis nach ein paar Kilometern ein ähnlicher Bau hinter der argentinischen Grenze auftauchte. Der weite(re) Weg über 250 Km nach El Calafate verlief, jetzt asphaltiert, durch eine unglaubliche Ödnis mit Weidezäunen bis zum Horizont, hinter und vor denen nichts anderes als Guanacos und Nandus weideten. Das braune Gras wurde von dem Sturm flach gepresst und die wenigen Bäche verloren ihr Wasser in den Wind. Ein paar Radfahrer begegneten uns, die mit dem Wind radelten; der einzige der gegen den Wind unterwegs war schob – unklar wie weit er an diesem Tag noch kommen würde, jedenfalls nicht in eine der wenigen traurigen Ansiedlungen, die sich hier verlieren.

El Calafate liegt am türkis leuchtenden Lago Argentino und ist eine quirlige Kleinstadt, Ausgangspunkt für Ausflüge zur argentinischen Seite des Campo Hielo del Sur mit dem berühmten Gletscher Perito Moreno.

Aus unserem Hotelzimmer auf den Lago Argentino

In El Calafate, etwas außerhalb auf einer Anhöhe mit traumhaften Blick, gibt es noch ein Glaciarium mit vielen Informationen rund um die Gletscher und insbesondere Filmaufnahmen vom Einsturz der Eisbrücke des Perito Moreno Gletschers. Am Ufer des Sees liegt ein Schutzgebiet mit einer Menge verschiedener Vögel und den berühmten, stacheligen Calafate Sträuchern, die jetzt voller leckerer, Blaubeer-ähnlichen, sehr süßen Beeren hängen (die meist in Eis, Marmelade oder Kuchen landen)