Die Südwestküste der Südinsel Neuseelands ist durch die Südalpen und zahlreiche Fjorde fast komplett unzugänglich. Es gibt genau eine 110 Km lange Sackgasse, die in Te Anau beginnt und in den Milford Sound führt, alle anderen Fjorde sind nur mit dem Boot oder dem Hubschrauber zu erreichen. Den Tag zuvor hatte es wiedermal ausgiebig geregnet, das haben wir in Te Anau ausgesessen. Der Campingplatz dort hatte sogar eine (Hobbit-) Sauna, die wir im strömenden Regen aufgesucht haben. Ein winziger Bretterverschlag, in Fassform, mit einem Elektroofen, durchaus auf Temperatur gebracht, aber durch das ‚Dach‘ tropfte der Regen, so dass es mehr ein Dampfbad denn eine Saunagang wurde. Der Weg im Regen zurück zum Camper, nur mit einem Handtuch umwickelt, sah wohl für die anderen Gäste etwas irritierend aus. Außer der Sauna gab es in Te Anau noch ein Kino mit einem tollen Film über den Nationalpark, hauptsächlich mit spektakulären Aufnahmen aus dem Hubschrauber und eine Holzofen Pizzeria, von echten Italienern betrieben.
Wir haben mit unglaublich viel Glück für eine Nacht einen Platz für den Camper in der Milford Sound Lodge ergattert, der einzige Übernachtungsmöglichkeit im Fjord – normalerweise sind alle Plätze über Monate ausgebucht. So haben wir viel Zeit, um entlang der Strecke die zahlreich ausgewiesenen Highlights anzusehen. Fiordland besteht nur aus Bergen, Regenwald und unfasslichen Mengen Wasser. Es regnet hier an 200 Tagen im Jahr und würde es nicht doch irgendwie ablaufen, stünde das Land nach einem Jahr 10m tief unter Wasser. Wir machen eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt hinauf, 3 Stunden, in denen es 5 mal regnet und zwischendrin immer wieder kurz die Sonne scheint. Schon bald hinter dem Parkplatz ist klar, hier ist nicht der Weg das Ziel, sondern der Bach der Weg. Es tropft und trieft aus allen Ritzen und der Wald ist so vollständig in Moos eingewickelt, als wären die Bäume nur aufgestellt, damit das Moos noch mehr Platz zum Wuchern hat. Mit zunehmender Höhe werden die Bäume kleiner, bis man über sie hinweg schauen kann und dann offenbart sich ein tolles Bergpanorama mit völlig unberührten Tälern, so wie es in den Alpen vor vielleicht 1000 Jahren ausgesehen haben mag. Die Gipfel sind frisch verschneit (endlich mal weiße Weihnachten!). Die Straße verläuft nun zwischen fast senkrechten, kahlen, hunderte Meter hohen Felswänden hindurch, über die sich in kurzen Abständen die weißen Striche der Wasserfälle abzeichnen. Vor einer der gigantischen Felswände scheint Schluss zu sein, aber es geht durch einen verwegenen Tunnel steil bergab weiter. Auf der anderen Seite ist das Wetter besser, aber die Szenerie gleich spektakulär. Es gibt noch einen Canyon zu bewundern, den sich ein Fluss in den Fels geschliffen hat und tosend darin verschwindet und dann sind wir auch schon im Milford Sound angekommen.





























































