Die berühmten Bergpapageien Neuseelands sind selten geworden und im Bestand gefährdet, nur noch 5000 sollen auf der Südinsel leben. Auf dem Arthurpass in den Südalpen, auf 1000m Höhe, kann man sie mit Glück noch sehen. Wir biegen zu einem Aussichtspunkt von der Passstraße ab, da steht ein VW Bus Oldtimer auf dem Parkplatz (an sich schon ein Hingucker) aber davor sitzt er, der Kea! Als wir von der Aussicht auf das große Viadukt zurückkommen (naja, Brücken über Alpentäler haben wir schon mal woanders gesehen) sitzt der Kea auf einem Haufen Felsen vom Straßenbau und putzt sich das wollig warme Gefieder. Nachdem eine viertel Stunde verstrichen ist und ich mich, von ihm völlig ingoriert, bis auf 2m genähert habe, putzt er sich noch immer und damit ist klar, dass es sich um eine Kea Dame handeln muss, auch wenn ich das rein äußerlich nicht erkennen kann. Irgendwann tut sie dann doch, was Keas so einzigartig macht: Sie fliegt auf unser Wohnmobil und beginnt die Gummidichtung aus der Dachluke zu knabbern – Keas sind ja so ziemlich die intelligentesten Vögel, sagt die Wissenschaft, aber ich kann den Geistesblitz beim Zerstören von Gummidichtungen nicht erkennen. Ich würde also eher sagen, sie sind sehr geschickt, aber schlau ist das nicht (außer sie hätten einen Fütterungsvertrag mit der örtlichen Autowerkstätte abgeschlossen) Für Mittag ist heftiger Regen angesagt und wir beschließen, dass die Gummidichtung in der Dachluke für uns im Ganzen wertvoller ist als in Stückchen für die Kea Dame und fahren weiter.


