Königsalbatrosse, Pinguine und Seebären in Dunedin

So langsam nähert sich das Wetter in Neuseeland dem an, was man um diese Jahreszeit zuhause erwarten würde, 11° bei Dauerregen. Auch die Standheizung mag nicht mehr, zum Glück gibt es in einer Schrankecke einen Heizlüfter!

In Neuseeland, auf der Halbinsel Otago, vor den Toren Dunedins, gibt es die weltweit einzige Albatross-Brutkolonie auf dem Festland. Auf dem hintersten Hügel der Halbinsel haben sich die Meeresvögel eingerichtet. Bevor man aber vom Parkplatz kommend die Albatrosse am Himmel entdecken kann, muss man durch die Mövenhölle. Tausende Lummen, Scharben, Kormorane nisten in den Klippen, nur die Möven müssen auf der Wiese neben dem Parkplatz brüten. Die Folge ist nicht nur wildestes Geschrei und Scheinangriffe auf die Besucher, die vom Auto kommen, sondern auch noch die fast 100% Garantie eine ordentliche Ladung Mövenscheiße auf den Kopf zu bekommen – abwaschbare Regenjacke mit Kapuze ist also die Kleidung der Wahl (das Auto ist nach dem Besuch auch allseits besprenkelt). Dafür kann man ganz nah an den flauschigen Mövenküken vorbeigehen, in dem Stadium sind sie ja noch ganz süß. Hat man den Hitchcock-Pfad hinter sich gelassen und wagt es endlich, auf einer der Aussichtsplattformen, den Blick gen Himmel zu heben, sind die Albatrosse mit ihren über 3m weiten Schwingen am Himmel leicht auszumachen. Meist fliegen sie hoch oben, aber hin und wieder kommt einer auf Augenhöhe vorbei, so dass man sie gut beobachten kann. Diese riesigen Vögel sind aerodynamisch so optimiert, dass sie zwar ohne einen Flügelschlag unendlich in der Luft segeln können (außer bei Flaute), wehe aber, wenn sie landen müssen. Wir machen noch eine Führung mit, bei der man nach einer multimedialen Einleitung eine halbe Stunde Zeit hat, in einem verglasten Unterstand auf die Wiese zu blicken, auf der die Vögel brüten und über der sie heute ihre Kreise ziehen, da der Wind sehr günstig weht. Der Aussichtspunkt ist nicht nur komfortabel wind- und Mövensicher sondern auch genial gelegen, denn die Albatrosse kommen oft auf Augenhöhe in nächster Nähe vorbeigesegelt. Leider ist die junge Führerin davon besessen, auch noch das letzte Detail ihres umfassenden Wissen über jeden der hier anwesenden Vögel anzubringen, schöner wäre, die majestätischen Segler ganz für sich stehen bzw. fliegen zu lassen, den Rest könnte man sich auch im Informationszentrum anlesen.

Nachtrag zu den Pinguinen: Hier auf der Otago Halbinsel gibt es eine weitere betreute Kolonie der Gelb-Augen Pinguine. Das Konzept hier ist um Klassen besser als das bei den Zwergpinguinen in Oamaru! Die Pinguine brüten auch hier in einem weitläufigen, welligen Wiesengelände mit viel (wiederaufgeforsteter) niederer Vegetation. Auch hier gibt es Brutboxen, aber keine Besuchertribünen sondern ein ausgefeiltes System abgedeckter Gräben, durch die man zu Unterständen geleitet wird, aus deren Sehschlitze man ganz nah an die Pinguine herankommt, ohne diese zu stören. Die Kolonie hat dieses Jahr 6 Küken und die Betreiber sind mächtig stolz darauf, gab es doch in den beiden Vorjahren kein einziges. Außerdem gibt es ein Pinguin Rehabilitationszentrum, in dem geschwächte oder verletzte Tiere wieder aufgepäppelt werden, bevor es zurück ins Meer geht. Hier kann man sie ebenfalls durch Schlitze im Bretterverschlag von ganz nah beobachten.

Und dann lagen da noch bestimmt ein Dutzend Seebären auf der Wiese vor unseren Füßen und hatten sich gar nicht lieb, lauter Halbwüchsige, nur auf Krawall gebürstet!

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