Das ist kein Tippfehler in der Überschrift; kaum ein Ort auf unserer Reise war so entrückt in der Stille wie die Osterinsel. Sie ist vulkanischen Ursprungs, die Aktivität aber längst erloschen. Die Tierwelt ist sehr reduziert, eine Handvoll Vogelarten, viele (halb wilde, manchmal tote) Pferde, ein paar Kühe und selbst die Fische im Ozean sind nur ganz wenige. Die Insel hatte nie Verbindung zu einem Kontinent, außer den, vom Menschen eingeschleppten Arten haben es nur ganz wenige hier her geschafft. Bis auf ein Dorf und dem Flughafen gibt es kaum nennenswerten Bauwerke. Landschaftlich erinnert es uns ein wenig an Irland.
Ein Krater mit ca. 1400 m Durchmesser ist mit Süßwasser gefüllt, eine vom Wind etwas geschützte Sumpf-Vegetation hat sich darin breit gemacht. Eine letzte Oase der originalen Flora, nachdem der Mensch die Insel über die Jahrhunderte umgestaltet, genutzt und letztlich seine Lebensgrundlagen völlig ruiniert hat =˃ Jared Diamond, Kollaps.
Am Kraterrand, auf sehr luftigen 300 m Höhe, ist eine einstige Kultstätte ausgegraben und teilweise restauriert worden. Nachdem Zusammenbruch der Moai-Kultur wurde hier einem neuen Mythos gehuldigt, dem Vogelmann Kult. Das Dorf mit den niedrigen, grasbewachsenen Steinhäusern wurde nur zur Vorbereitung des Wettstreits junger Burschen genutzt, die die Aufgabe hatten, von einem vorgelagerten Vogelfelsen das erste Ei der Brutsaison heil zurück ins Dorf zu bringen, um damit dem eigenen Clan und Häuptling die Herrschaft über die Insel zu erobern. Petroglyphen gaben den Archäologen und Anthropologen Hinweise auf die Bedeutung der Kultstätte, aber man kann die Magie des Ortes auch ohne wissenschaftliche Erklärung intensiv spüren. Eigentlich gilt das ja für die ganze Osterinsel, die 3500 km von Chile und 4000 Km von Tahiti entfernt ist – unvorstellbare Distanzen, die von den Polynesiern vor hunderten Jahren schon mit ihren Hochsee-Kanus gemeistert wurden.
































































