Der Flug nach Tahiti wäre beinahe ins Wasser gefallen. In der Früh kübelte es mal wieder maximal vom Himmel, als die Maschine auf dem Vorfeld aus- und eingeladen wurde. Wir waren davon überzeugt, dass es nicht unsere war, denn die sollte erst in einer halben Stunde kommen. Also machten wir es uns in einer ruhigen Ecke des Terminals bequem und hofften, dass die Wassermassen bald alle unten seien, wenn unser Flug an der Reihe ist, man muss nämlich nach draußen, um ins Flugzeug zu kommen. Dann kam aber ein junger Angestellter von Air Tahiti und meinte, wir würden noch fehlen. In dem Tohuwabohu und mangels Anzeigetafeln konnten wir nicht ahnen, dass der erste Flug des Tages Verspätung hatte und unsere Maschine früher als geplant abflugbereit war (oder gewesen wäre – hätten sie nicht nach uns suchen müssen) So mussten wir also doch raus ins Nasse und als letzte an Bord, aber Fensterplätze wären bei der Wetterlage sowieso sinnlos gewesen.
Mit einem Mietauto wollen wir Tahiti umrunden und einen Abstecher nach Tahiti Iti (das kleine Tahiti) machen, um dort die letzte Nacht zu verbringen, bevor es mitten in der nächsten Nacht (um 2:45) auf die Osterinsel geht. Zuvor haben wir aber ein paar Stunden im Krankenhaus verbracht, um auf Empfehlung des Arztes auf Huahine mit dem Ultraschall kontrollieren zu lassen, ob wir den Flug ohne Risiko antreten können, was zum Glück der Fall war. Die Unterkunft, 75 km von Papeete aus zu fahren, war dann aber eine der schönsten und originellsten der ganzen Reise bisher. Ein kleines, offenes Häuschen, der Grundriss garantiert ohne einen einzigen rechten Winkel, mit bepflanztem Dach, fast wie Bilbos Haus, am Hang gelegen mit toller Aussicht aufs Meer! Das Abendessen in dem kleinen, zur Wiese offenen Restaurant (ein Koch, ein Ober, in Personalunion) war köstlich.

Nach gemütlichem Frühstück sind wir um 12 aufgebrochen, die Insel fertig zu umrunden, deren Rückseite deutlich attraktiver war, weil nicht durchgängig bebaut und landschaftlich ziemlich wild, mit vollständig grün überwucherten Schluchten und Bergen, die bis 2240 m hoch reichen. Oberhalb des Wasserfalls entdeckten wir mal wieder eine uns unbekannte Vogelart, den Weißschwanz-Tropikvogel, der einen langen dünnen Schwanz hat (der eigentlich nur im Weg sein kann)
Insgesamt muss man aber leider festhalten, dass Tahiti, wie auch die anderen Inseln (Huahine ausgenommen) von ausgesprochen hässlichen Blechdachhütten dominiert wird, die meisten noch von einer rohen Betonsteinmauer umgeben, vor der sich der Zivilisationsmüll auftürmt. Von Südsee-Romantik keine Spur. Dieselbe Erfahrung machte übrigens Paul Gauguin schon vor über 100 Jahren…






