Mit der Bahn umsonst nach Machu Picchu

Umsonst, aber keineswegs kostenlos sind wir mit der Bahn nach Machu Picchu gefahren. Umsonst, weil an dem Morgen nach unserer Ankunft früh um 7 das Telefon klingelt und uns der Rezeptionist des Hotels mitteilt, dass Machu Picchu ab sofort geschlossen sei und wir zusehen sollen, dass wir mit einem der Züge, die heute noch zurück nach Ollantaytambo fahren den Ort verlassen sollen. Schade, wir waren einen Tag zu spät dran!

Nachdem wir mit dem Bus von Cusco bis Ollantaytambo gefahren wurden (in der Regenzeit ist dieser Streckenabschnitt für die Bahn gesperrt) war die Zugfahrt ein absolutes Highlight. Der Bau dieser Bahnstrecke wurde 1913 in Cusco begonnen und hat 15 Jahre gebraucht bis Aquas Calientes, der Talort von Machu Picchu nach 110 Km erreicht war. Das Gleis folgt dem Rio Urubamba, der sich eine 1000de Meter tiefe Schlucht gegraben hat und ist in weiten Abschnitten abenteuerlich zwischen dem reißenden Fluss und den Felswänden förmlich an den Fels geklebt. Im Laufe der Fahrt geht es 800 m bergab auf ’nur noch‘ 2000m und die Vegetation wird immer dichter, bis man sich schon im Dschungel wähnt. Es ist ein Wunder, dass diese Bahnstrecke nicht nach jedem Regenguss von einer Mure verschüttet wird. Wir haben den ‚360° Zug‘ gewählt, dessen Wagen auch noch gebogene Fenster im Dach haben und damit beste Aussicht bieten. Den Umständen entsprechend war der Zug fast leer und so hatten wir auch die offene Aussichtsplattform im letzten Wagen für die ganze Fahrt fast für uns alleine.

Nach knapp zwei Stunden ist Machu Picchu erreicht. Auch dieser Ort hängt an den Felswänden der Schluchten, die Sonne verschwindet früh hinter einem der Gipfel. Ansonsten besteht der Ort ausschließlich aus touristischer Infrastruktur, Hotels, Restaurants und Marktstände für Inka-Kitsch. Unser Zimmer ist an zwei Seiten mit einer Glasfront offen, interessante Architektur! Am Abend sind wir noch die 2 Kilometer bis zum Beginn des Wanderwegs nach Machu Picchu gelaufen, wir waren also nur noch 400 hm entfernt…
Die Rückfahrt ist dann den Umständen entsprechend gut geglückt, erst wurden wir, da Inhaber eines Tickets, an den Trauben wartender Menschen vorbei ins Bahnhofsgelände gelassen, bekamen unser Ticket für den nächsten Zug umgebucht und hatten wieder das Glück in einem nur halb vollen Wagen zu fahren. Zufällig hatten wir uns mit einem deutschen Pärchen unterhalten, die eine organisierte Reise gebucht hatten und deshalb in Ollantaytambo mit einem Kleinbus abgeholt wurden – und wir durften zurück nach Cusco mitfahren. In unserem alten Hotel wurden wir fürsorglich wieder aufgenommen, sogar in ein besseres Zimmer gesteckt und mit einem improvisierten Abendessen versorgt. Ansonsten ist wohl für die nächsten 15 Tage Ausgangssperre, außer zum Einkaufen. Zeit zum Lesen….

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