Das 10 Gänge Menü im Ryokan Yudanaka Yasuragi

In manchen Ryokans gibt es (optional) ein Abendessen, welches die Hausfrau selber zubereitet. Hier haben wir eine völlig unbekannte drei Sterne Köchin entdeckt. Serviert wurde in einem Raum mit einem niedrigen Tisch und zwei beinlosen Stühlen, also eigentlich nur einer Rückenlehne mit dünnen Kissen. Die Gastgeberin klopft an und öffnet die Schiebetür aus Reispapier, verbeugt sich tief um dann auf Knien herbeizurutschen um den nächsten Gang aufzutragen, zu erklären und sich wieder mit wortreichem Gemurmel zu verabschieden. Die einzelnen Gerichte sind in hübschen Schüsselchen oder speziellen Gefäßen dekoriert. Manches ist – obwohl vorzüglich – nicht zu identifizieren, wildes Berggemüse, Quallenstreifen (?) … Nach vier Gängen sind wir der Meinung: Nu is aber gut, man wäre jetzt eigentlich satt. Die Rechnung war aber ohne die Wirtin gemacht, die jetzt erst so richtig aufdreht. Mit einem Stövchen wird der 7. Gang auf dem Tisch gegart, zarte Rindfleischstreifen mit diversen Beigaben. Den 8. und 9. Gang zwingen wir uns unter Höflichkeitsfloskeln auch noch hinunter, der 10. Gang, das Obst kommt mit auf’s Zimmer. Eigentlich hätten wir eine Sänfte für den Weg ins Bett benötigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert