Buenos Aires – kleine Episoden zum Erinnern

Die Free Walking Tour durch Buenos Aires ist echt anstrengend, 3 Stunden und viele Kilometer durch die Stadt mit Martin, der uns in dieser Zeit eine Druckbetankung zur Geschichte Argentiniens verpasst. Nach der letzten Station, dem Friedhof La Recoleta, bleiben wir erschöpft auf einer Bank nahe dem Grabmal von Evita Peron sitzen. Nur am Abend gehen wir noch zu der Tango-Show für die wir schon die Karten gekauft hatten.

Das Teatro Colon hat leider Ferien, aber eine geführte Besichtigung ist möglich, sofern man eine der begehrten Karten dafür bekommt. Wir haben Glück und sind in der einzigen englischen Führung des Tages dabei. Der Bau, dessen Errichtung 18 Jahre gedauert hat, fasst 2800 Zuschauer in vielen Rängen und soll über eine spektakulär gute Akustik verfügen – man könnte sagen, die Elbphilharmonie von Buenos Aires zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Bau ist eklektizistisch, also eine Mischung unterschiedlicher Baustile und teuerster, importierter Materialien, mit dem einen Ziel, zu demonstrieren, dass Buenos Aires es mit allen Opernhäusern der alten Welt aufnehmen kann.

El Ateneo ist ein ehemaliges Theater, welches mit viel Gefühl zu einem wahren Büchertempel umgebaut wurde. Es gehört wohl zu den ‚must see‘ aller Reisegruppen, jedenfalls scheint kaum einer ein Buch zu kaufen.

Aus dem ehemaligen Arbeiterviertel La Boca wurde ein Künstlerquartier mit zahlreichen bunten Balkonfiguren und bemalten Hauswänden, allerdings hat das Geschäft mit dem Touristen-Ramsch die Oberhand gewonnen. Aber es gibt auch ein bemerkenswertes Museum in der ehemaligen Wohnung und den Ateliers des Malers Benito Quinquela Martin, dessen beliebtestes Motiv das Abwracken von Schiffen im Hafen schien.

Die Taxifahrt in das angesagten Kneipenviertel Palermo endet jäh, als dem Auto der Sprit ausgeht. Zum Glück gibt es viele Taxis in Buenos Aires, der Umstieg dauerte keine Minute! Palermo ist nicht nur für seine Kneipen bekannt, sondern besonders für die zahlreichen z.T. ganze Hauswände füllende Malereien und Graffitis. Im Cafe machen wir einen Plan, nach Vorschlag einer selbstgeführten Tour aus dem Netz, verlaufen uns aber mehrfach um 180° und landen schließlich in einer Eisdiele in einem Hinterhof mit großem Ficusbaum und einladenenden Gartensesseln. Auf dem weiteren Weg finden wir dann doch einige der Wandmalereien, Alleen mit uralten, riesigen Platanen und ein paar schräge Kneipen.

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