In der Magellanstraße liegt die kleine, unbewohnte Insel Magdalena mit einem Leuchtturm und tausenden Seevögeln. Mit einem alten, ausgedienten kleinen Fährschiff sind es zwei Stunden Fahrt von Punta Arenas. Unterwegs sehen wir allerlei Getier, besonders spannend ein paar Toninas (Weißbauchdelfine), weiß-schwarz gefleckte Delfine, die wie kleine Orkas aussehen.
Neben den unvermeidlichen Möven haben Skuas, Kormorane und besonders viele Magellan Pinguine diese Insel belagert um zu brüten und ihre Jungen groß zu ziehen. Die Besucher werden von Parkwächtern bzw. Guides instruiert, den Rundweg nicht zu verlassen und keine Pinguine anzufassen (was denen wahrscheinlich gar nicht so unangenehm wäre, würde man an der richtigen Stelle kraulen). Scheu sind sie jedenfalls gar nicht, liegen manchmal mitten auf dem Weg und gehen kaum einen Schritt zur Seite. Aber die Insel ist keineswegs ein Paradies, sondern bietet einen beinharten Einblick, wie es in Wirklichkeit in der Natur zugeht. Die Skuas haben hunderte junge Möven getötet und das Fleisch heraus gefressen. Etliche Jungtiere, auch manche Pinguine sind am Verhungern, weil die Eltern abhanden gekommen sind oder ihre Jungen verstoßen haben. Das Beobachten der Pinguine aus allernächster Nähe ist aber einmalig, das Betteln der Jungtiere, gegenseitiges Putzen, die Begrüßungs- und Paarungsrituale, das drollige Watscheln vom Strand zur Nisthöhle. Eine Stunde haben wir Zeit, bei bestem Sonnenschein und absoluter Windstille – das sind schon außergewöhnliche Bedingungen für diese Gegend – letzte Woche hatte es noch 125 km/h gestürmt und auch 180 km/h können zumindest im Winter vorkommen.
Und nochmal haben wir richtig Schwein gehabt – eine Kreuzfahrt, 3 ½ Tage durch die Kanäle Patagoniens zu den Gletschern des Campo Hielo, Last Minute, für weniger als die Hälfte des normalen Preises bei Buchung über das Internet ergattert.






