Für das Wetter können sie ja nix und gänzlich überrascht sein darf man auch nicht, dass es in Patagonien regnet. Aber sonst hellt es sich langsam auf. Wir haben bei unserer ‚Autovermietung‘ den alten (indischen) Mahindra Allrad schon zweimal verlängern können, wahrscheinlich will den sonst wirklich niemand. Er fährt aber nicht schlecht auch wenn manchmal alle Instrumente ausfallen, die Zentralverriegelung nicht mehr aufmacht oder der Allradantrieb sich nicht mehr abschalten lässt. Für unsere Tour von Puerto Varas um den Vulkan Calbuco und den Nationalpark Alerce Andino, teilweise auf sehr ruppigen Schotterstraßen ist es genau das richtige Gefährt.
In Ensenada hatten wir eine Cabaña direkt am See mit Blick auf den Osorno, in Cochamó ein rustikales, aber sehr geschmackvolles Hostal mit grandiosem Blick auf den Fjord Reloncavi, in Puelo wieder eine Cabaña am Fluss und zum Schluss ein Zimmer im Hostal Mozart. Überall wurden wir sehr freundlich empfangen. Die Verpflegung ist üppig (und relativ günstig), besonders der Lachs, im Fjord gezüchtet, wird in allen Variationen, als Ceviche, geräuchert oder gegrillt angeboten.
Immer mal wieder werden wir von Chilenen auf deutsch angesprochen, Leute, die für deutsche Firmen gearbeitet haben oder deutsche Vorfahren haben, freuen sich, deutsch sprechen zu können und erzählen interessante Geschichten und wir bekommen Einblick in den Alltag hier. Am redseligsten aber sind die deutschen oder österreichischen Auswanderer, ohne Punkt und Komma kauen sie einem das Ohr ab, das ist manchmal ganz schön anstrengend! Von dem schon ziemlich alten Enkel des berühmten deutschen Patagonien-Forschers Fritz Reichert werden wir im Dorfladen von Puelo angesprochen – der Name war uns aus einem Museum über die Pioniere in Patagonien in Petrohue am Lago todos los Santos noch in Erinnerung.
In den heißen Quellen von Ralun war das Feeling auch wieder ‚very local‘, man setzt mit einem Bootchen über den Rio Petrohue, läuft noch ein paar Minuten am Fluss entlang und kommt dann an ein paar sandige Löcher am Flussufer in denen eine tiefgraue (vulgo dreckige) Brühe mit Badewannentemperatur steht – zum säubern kann man sich aber in den (kalten) Fluss stürzen.
Einen Abstecher haben wir zum Lago Tagua Tagua gemacht, einem einsamen Bergsee, an dem die Straße endet und eine kleine Fähre die wenigen Autos und Wanderer aufnimmt, um sie noch etwas tiefer in die Wildnis zu bringen, auf Wanderwegen kommt man dann sogar bis nach Argentinien.
In dem kleinen Dorf Puelo fand gerade ein Skulpturen-Wettbewerb statt, aus massiven Baumstämmen wurden mit (gesponsorten) Kettensägen tolle Motive modelliert.






