Tongariro Alpine Crossing

heißt die berühmte Tages-Wanderung durch die Vulkanlandschaft des Nationalparks. Mit einem alten Klapperbus des örtlichen Shuttleservice werden die zahlreichen Wanderer an den Ausgangspunkt des Trecks gefahren und dann in die Wildnis entlassen, nicht ohne vorher über die zahlreichen Gefahren gründlich aufgeklärt worden zu sein. Das große Stop-Schild „heute ist schlechtes Wetter, machen sie die Wanderung keinesfalls“ ist allerdings fest verschraubt! Die Busse fahren stündlich, mithin also hunderte sich auf den Weg machen, man muss also nicht fürchten, verloren zu gehen. Am einsamsten ist es natürlich, wenn frau sich in strammem Marschtempo an die Spitze der Kolonne setzt und dieses Position gegenüber den 25-jährigen Kampfwanderern verbissen verteidigt. In fast der halben angegebenen Zeit erreichen wir den ersten Zwischenstop, ein Plumpsklo, nicht ohne einige Wanderer des vorherigen Busses überholt zu haben. Dann geht es steil bergauf, vorbei an einer Tafel, die erläutert, wie wenig man erst geschafft hat und der Anregung, doch lieber umzudrehen. Nach wenigen Metern sind wir in den Wolken und der Wind weht – wie vorhergesagt – ziemlich heftig. Die erste flache Kaldera erreichen wir nach ca. einer weiteren Stunde. Die Sicht ist jetzt etwas besser und die Szenerie mit den vielen bizarren Lavabrocken teilweise von den rasenden Wolkenfetzen vernebelt. Der nächste Anstieg zum höchsten Punkt der Wanderung, dem Red Crater, hat es in sich, nicht weil es steil oder technisch schwierig wäre, sondern weil der Sturm so stark geworden ist, dass das Gehen leicht unkontrolliert wird und die Wanderstöcke, wenn sie nicht gerade im Boden stecken, waagrecht schweben. Vorhergesagt sind ca. 80 km/h (im Durchschnitt!). Zum Glück ist das nur ein kurzes Stück bis zum Gipfel auf 1870 m. Der Blick in den Red Crater haut uns im wahrsten Sinne des Wortes fast um, Die Formen und Farben des Kraters waren die Anstrengung mehr als wert. Der Sturm kommt jetzt von hinten und bläst einen fast hinein, also Abstand halten. Zum Glück reißt die Wolkendecke immer mal wieder auf und die Sonne scheint kurz durch, das wärmt ein wenig auf. Der Weg hinab führt durch lose Vulkanasche, sehr schön zu Surfen. Dann erreichen wir zwei den Maori heilige Seen in grün und ocker, im Hintergrund liegt der große blaue Emerald Lake. Bis dahin ist noch ein weiter flacher Kraterboden mit einem hinein gegossenen pechschwarzen Lavastrom zu durchqueren, hier findet sich zum Glück ein warmes Plätzchen in der Sonne und im Windschatten für die Brotzeitpause. Vom letzten Winter sind noch etliche Schneefelder übrig, aber nur eines müssen wir auf dem weiteren Weg durchqueren (der einzige Schnee dieses Jahr?). Als wir aus dem Krater herauskommen, bietet sich bald eine großartige Aussicht über den Nationalpark bis hinunter zum riesigen Taupo See und der lange Abstieg beginnt. In endlosen Windungen geht der Weg flach bergab und so erklärt sich , wieso der Abstieg zum Parkplatz, an dem wir wieder aufgelesen werden noch 8 Kilometer lang ist, Mit ziemlich lahmen Füßen kommen wir nach fast 20 Km und 7 Stunden dort an und schlafen selig auf der Rückfahrt im Bus ein.

P.S. Die mitgeschleppten Wasservorräte hätten auch für 40 km gereicht.

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