Nach Wochen des Sonnenscheins und der Hitze zieht heute eine Sturmfront über Neuseeland hinweg. Leider vereitelt das unsere geplante Mehrtageswanderung durch den Tongariro Nationalpark, andererseits haben wir nach einer Woche Zelten ein wunderschönes großes Zimmer mit Küche und Waschmaschine und vor allem einem sehr komfortablen Bett gefunden. Und wir haben zwei Tage FREI bis die Front durch ist und wir hoffen, die Highlights des Parks in einer saftig langen Tageswanderung doch noch erleben zu können. In der Zwischenzeit haben wir uns in Turangi ein kleines Informationszentrum zu dem Vulkanismus in Neuseeland angesehen, das Besondere war eine kleine Kammer, in der man auf Knopfdruck ein Erdbeben der Stärke 6,3 auslösen konnte, welches eindrücklich lange 15 Sekunden ‚dauerte‘. Diese Stärke hatte 2011 ein Beben in Christchurch, bei dem u.a. ein Ladenzentrum kolabierte und zahlreiche Opfer darin zu beklagen waren.
Ich habe jetzt ein 10″ Tablet als Ersatz für den defekten Laptop, der zur Strafe alleine die Heimreise antreten musste. Mit einer englischen Tastatur könnte man, sofern nicht verlernt, im Zehn Finger Blind System prima Deutsch schreiben, im Adler Suchsystem, na ja. Trotzdem ist das Tablet eine große Erleichterung gegenüber der Fummelei am Handy. Die Behebung der vielen Fehler und Defizite, die dabei entstanden sind, kostet einige Zeit und den Gastwirt ca. 2 GigaByte seines hoffentlich unbegrenzten Datenvolumens.
Hier im Nationalpark auf 800 – 1000m Höhe ist noch Frühling und die weite Hochebene färbt sich knallgelb von dem vielen Ginster.
Auf dem Weg hierher haben wir noch die Huka Wasserfälle besichtigt, die mit 200 m³/s die wasserreichsten in Neuseeland sind. Der Fluß Waikato stürzt sich hier durch einen schmalen Kanal im Lavagestein ca. 8m in die Tiefe. Die Strömung ist so mächtig, dass Fische nicht mehr passieren können.
Unser letzter Campingplatz war auch von der speziellen Sorte: Von einem älteren Herrn geführt, hatten wir den Eindruck, dass er nicht mehr alles so richtig im Griff hatte, besonders was seine unzähligen Tiere anging. Diese hatten, bis auf zwei Schafe, Freigang und nutzen dies zur Begehung erheblicher Straftaten weidlich aus. Allen voran das freche Schwein, gefolgt von den noch dreisteren Hühnern, Perlhühnern, Enten und Pfauen. Lediglich die Lamas verhielten sich sozial angemessen. Die Verteidigung des Zelts gegen die unbändige Neugierde des Schweins gelang mithilfe andere Camper, die es mit Brot und anderen Leckereien ablenkten, damit wir in Ruhe abbauen konnten. Ein beherzter Nackengriff wirkte nur kurz, da das Schwein sich sofort fallen lies, um sich grunzend kraulen zu lassen, bis ihm das Zelt wieder in den Sinn kam… Die Hühner beobachteten wir am Nachbartisch wie sich sich ein ganzes Toast vom Teller klauten und, anders als die Spatzen, auch in der Lage waren es abzutransportieren. Die Autotür offen stehen zu lassen, war auch nicht besonders schlau, denn die Hühner…








