Mit dem Kayak zu den Seebären

Im Abel Tasman Nationalpark kann man zwar ausgedehnt wandern, die bessere Art der Fortbewegung und Erkundung ist aber zweifellos das Kayak. Die Küsten sind außerhalb der Buchten felsig und vollkommen unzugänglich. Das Meer ist zumindest vormittags ganz ruhig, sodass auch vermeintlich völlig ungeübte sich ins Boot zwängen können, ohne auf der Stelle zu kentern. Also haben wir eine Ganztagestour gebucht, bei der man mit einem speziellen Kayak-Transportschiff ca. 15 Kilometer entlang der Küste nach Norden gefahren wird um dann etwa die Hälfte der Strecke im Lauf des Tages zurück zu paddeln. Als sehr praktisch erwies sich eine Spritzschutzdecke aus Neopren, die tatsächlich verhindert, dass man den ganzen Tag im Nassen sitzt und friert. Außerdem hat das Kayak ein Ruder, welches vom Kapitän, hinten sitzend, mit Pedalen bedient wird. Der Boss sitzt dagegen vorne und gibt die Steuerungskommandos, die der Kapitän hinten ausführen kann oder auch nicht… Diese Art der Gewaltenteilung war dem Bootsfrieden sehr zuträglich und in keinem der zwei Teams kam es diesbezüglich zu einer Meuterei, die von dem Rasta Guide Neo hätte geschlichtet werden müssen. Team New York erwies sich zu unserer Überraschung im Lauf des Tages als erstaunlich schwach gegenüber Team München. Nach der Einweisung sind wir zu einer Insel gepaddelt, auf deren Felsen im Sommer Seebären leben sollen, um hier ihren Nachwuchs zu bekommen. Da schwimmt etwas kleines in einiger Entfernung, Neo erklärt, dass es sich um einen aus dem Nest geschmissenen Pinguin handelt, der jetzt etwas unschlüssig sei, wo er hin soll, jedenfalls sei es untypisch, dass er so lange nicht abtaucht. Gerne hätte ich das schwimmende etwas selber zu seiner Befindlichkeit befragt. Dann erreichen wir die Insel und tatsächlich liegen etliche fette Seebären träge auf den Felsen in der Sonne, aber einige sind auch im Wasser auf Futtersuche. Näher als 20 m soll man ihnen nicht kommen und weil die Kühe trächtig sind oder gerade ihre Jungen bekommen haben ist das wahrscheinlich auch gut so. Nachdem wir die Insel umrundet haben geht der direkte Weg zur Bark Bay für die Mittagspause ziemlich weit draußen übers Meer. Es gibt einen leckeren Burger und Walnuss-Apfel-Kuchen nebst Kaffee und Keksen um sich für die Weiterfahrt fit zu machen. Jetzt hat der Wind wie vorhergesagt aufgefrischt und wir müssen kräftig dagegen anpaddeln, bis wir aus der Bucht draußen sind. Dann geht es mit Rückenwind fast von selbst an der Küste mit ihren sagenhaften Felsformationen entlang und viel schneller als gedacht haben wir Anchorage Bay in Sicht, dem Ziel der Tour. Vorher geht es aber noch zwischen einigen Felsen knapp hindurch, was bei dem Wind und den Wellen schon etwas spannend ist, aber wir schrammen nirgends an. Dann gibt es noch Seeigel, Seesterne und den Schatten eines Rochens zu sehen, bevor wir gar nicht so erschöpft, wie erwartet an dem großen Strand anlanden. Bald holt uns das Boot ab und wir sind rechtzeitig für einen großen Cappucino wieder zurück am Campingplatz.

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