Atacama – echt atemberaubend

San Pedro de Atacama ist die Drehscheibe des Tourismus in der Region, es liegt am Rande des Salar de Atacama auf 2400 m Höhe. Da steigen Puls und Atemfrequenz spürbar an. Nach ein paar Tagen würde sich das normalisieren, wären nicht fast alle der ausnahmslos spektakulären Naturwunder zwischen 4000 und 6000 m hoch gelegen. Diesmal kein Pech mit dem Mietauto: Einen nagelneuen 4×4 Pickup bekommen, genügsam, gutmütig und bestens für die rauen Bedingungen in der Wüste geeignet. Eine Woche haben wir uns vorgenommen, hier zu bleiben und schrauben die Höhe, in die wir vordringen, täglich nach oben.
Unsere Unterkunft liegt außerhalb des Ortes, einsam und ruhig. Es sind traditionell, im Adobe Stil errichtete niedrige Häuser, deren Dächer nur aus Lehm und Stroh bestehen – es regnet halt doch nicht so viel in der Wüste. Die Räume gleichen die krassen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht hervorragend aus. Die Sicht auf die Kette der Vulkane, alle zwischen 5000 und 6000 m hoch ist gigantisch, besonders am frühen Morgen, bevor die Sonne aufgeht. Nachts ist der Sternenhimmel beeindruckend, aber auch hier greift die Lichtverschmutzung um sich.

San Pedro ist ein lebhaftes Städtchen, im Zentrum ebenso mit hübschen, einstöckigen Lehmbauten aber 70% aller Geschäfte sind Reisebüros, dazwischen muss man die Restaurants schon suchen… Es gibt ein paar Perlen darunter, aber auch die anderen, die es nicht mehr nötig haben, sich um ihre Gäste zu bemühen. Nach einem langen Tag lassen wir uns erschöpft an einem kleinen Tisch im Innenhof fallen und bestellen ein Wasser und einen Pisco Sour als Aperitif während wir die Speisekarte studieren. Der Ober macht Witze und bringt uns den Pisco nicht, denn wir hätten ja noch nichts Festes im Magen. Dann erklärt uns jemand vom Nachbartisch, dass das ernst gemeint war! Tatsächlich scheint es eine Vorgabe des Bürgermeisters zu geben, dass Alkohol nur zusammen mit einer Essensbestellung ausgeschenkt werden darf. Zwei Scheiben Brot aus dem Körbchen gegessen, dass auf jedem Tisch steht und der Ober ist zufriedengestellt und wir beherrschen uns mühsam, nach zwei Schluck Pisco nicht grölend zum Tresen zu torkeln und mehr zu verlangen.

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