Der Beginn in Chile ist leider auch mühsam. Wir fliegen von der Osterinsel nach Santiago und nach einer Übernachtung im Flughafenhotel weiter nach Puerto Montt, dem nördlichen Einstieg von Patagonien. Es ist Hochsaison und manche Sachen, die man sich einbildet sind entweder ausgebucht oder unglaublich schwierig zu organisieren. Einen Mietwagen zu bekommen kostet mich einen ganzen Tag.
Keine (!) Website funktioniert, wie man das aus anderen Teilen der Welt gewohnt ist. Funktionierende Geldautomaten sind auch Glückssache und verlangen zudem unverschämte Gebühren, höher als irgendwo sonst auf der Welt.
Im Supermarkt muss man akzeptieren, dass es nur gezuckerte, mit unzähligen Fruchtzusätzen verseuchte frische Milch gibt, normale Milch aber nur als H-Milch angeboten wird.
Im Prinzip gibt es eine sicher traumhaft schöne 4-tägige Schiffspassage durch die Kanäle Patagoniens von Puerto Montt nach Puerto Natales ganz im Süden, aber bis auf fensterlose Kabinen ist leider alles ausgebucht.
Zu den organisatorischen Problemen gesellt sich bei Susi eine zähe Erkältung, die tagelang jegliche Unternehmung verhindert. Immerhin waren wir in Puerto Montt in einem sehr hübsch hergerichteten Fischmarkt am Hafen, indem auch viele kleine Restaurants und Souvenirshops angesiedelt sind. Auch konnte man eine kleine Bootstour unternehmen, auf einem ähnlichen Boot, wie auf dem Bild unten
Ein bisschen eine Herausforderung ist auch, dass praktisch niemand Englisch spricht und das Spanische hier so undeutlich ausgesprochen wird, dass es wirklich schwierig ist, auch nur den Kontext zu erkennen. Im direkten Gespräch wiederholen die Chilenen aber gerne das Gesagte nochmal langsamer, da steigen die Chancen auf Verständigung. Bei unserer Unterkunft Casa Azul in Puerto Varas haben wir das Glück, in die Hände eines deutschen Auswanderers geraten zu sein. Er jammert zwar am liebsten über seine Probleme mit Booking.com, besonders, wenn die Gäste seiner Meinung nach unfair bewerten, zwischendurch sind aber seine Einlassungen zu Chile ganz erhellend. Selber jetzt auch genug gejammert und es wird besser werden…



