Erlebnis Häppchen aus Rapa Nui

Wir sind jetzt schon eine Woche auf Rapa Nui und es ist der erste Ort unserer Reise, seit immerhin 4 Monaten, bei dem wir das Gefühl haben, man könnte hier noch lange bleiben, auch wenn alle Highlights schon besichtigt sind. Wahrscheinlich ist es so, dass wir die fast schon heimatliche Infrastruktur mit den vielen Restaurants, dem Lieblings-Eiscafe am Hafen, den guten Cocktails, dem angenehmen Wetter, der Gemächlichkeit des Alltags und der Ruhe in der Nacht in keinem anderen Land bisher gefunden hatten.

Was haben wir sonst noch gemacht? Ich war zweimal tauchen in der Bucht von Hangaroa – eine völlig andere Unterwasserwelt als in Vanuatu, Fiji oder Rangiroa. Das Wasser hier ist sehr klar, hat entsprechend wenig Plankton und deswegen auch ganz wenige Fische. Beeindruckend sind die Korallen, die in riesigen Gebilden ein Unterwasser-Gebirge geschaffen haben. Man taucht durch Canyons und Höhlen, schwebt von einem Berg zum anderen und findet einen versenkten Moai (aus Beton allerdings).

In der Turnhalle des Gymnasiums werden jeden Nachmittag die Volkstänze einstudiert, mal mit den Schülern, mal mit den Eltern. Auf der Bühne spielen einige Musiker, am wichtigsten der Trommler, und zwei Vortänzer/innen zeigen, wie’s sein sollte (Nicht alle sind uneingeschränkt begeistert dabei). Vielleicht wird das ein Programmpunkt für das große Musikfestival, welches in zwei Wochen stattfindet, schade, dass wir es verpassen. Ein Besuch bei einer der Rapa Nui Tanzgruppen hat uns dann gezeigt, wie die Profis das können, war ein toller Abend. Das hat uns sehr an die Tänze in Samoa erinnert, da zeigt sich deutlich die Zugehörigkeit der Rapa Nui zu Polynesien.

Die beiden Volksgruppen, Chilenen und Rapa Nui sind sehr verschieden und die Rapa Nui sind nicht gerade begeistert, dass die Chilenen hier immer mehr werden (da wurde in der Vergangenheit auch schon mal die Start- und Landebahn mit einem Sitzstreik blockiert). Natürlich ist die Insel bis auf Thunfisch und Ananas zu 100% abhängig von den Lieferungen aus Santiago, also hat man sich doch irgendwie geeinigt indem Rapa Nui einen Sonderstatus in der chilenischen Verfassung erhalten hat und damit die Zahl der Zugereisten und Touristen selber kontrollieren kann. Diese Tourismus-Saison allerdings scheint mies zu laufen, nur wenige Restaurants sind am Abend voll, viele gänzlich leer.

Die Müllabfuhr kommt mit ein paar jungen Männern, Brüllwürfel um den Hals, ins Haus und leert die unterschiedlichen Mülleimer (Glas, Plastik, Papier) in die großen Kisten auf ihrem Laster – welch ein Service.

Die Versorgung mit kleinen, unglaublich lecker süßen Ananas ist bestens organisiert: Auf der Hauptstraße und an den wichtigen Sehenswürdigkeiten stehen die Pickups und man bekommt die Ananas von der Ladefläche, wie ein Eis am Stiel zurecht geschnitten überreicht.

Surfen ist hier Volkssport, bis fast in die Dunkelheit reiten sie die Welle in das Hafenbecken, die bestimmt 200 m weit trägt.

Nicht wenige Einheimische sind mit ihrem Pferd unterwegs, da die Gäule überall umsonst geparkt und Gras fressen können, ist der Kilometerpreis wahrscheinlich günstiger als mit Moped oder Pickup.

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