Von Milford Sound nach Christchurch

sind es 900 mühsame Kilometer! Die erste Etappe geht nach Queenstown, dem Mekka der Adrenalinjunkies. Bungeejumping, Paragliding, Fallschirmspringen, Heli-Biking, Speedboat, nichts was es hier nicht gäbe. Wir bescheiden uns mit einer Seilbahnfahrt auf den Hausberg, der mit einer Sommerrodelbahn aufwartet, bedient von einem kurzen Sessellift. Die Rodelbahn auf gummibereiften Karts ist nicht übermäßig anspruchsvoll, trotzdem bekommt man vor der ersten Fahrt ein Sicherheitstraining, dessen Bestehen mit einem Stempel auf dem Handrücken dokumentiert wird. Ab dann darf man ‚unkontrolliert‘ fahren. Die Schau sind eine Busladung indischer Touristen, nebst zahlreichen Chinesen, von denen wohl einige noch nie Sessellift gefahren sind. Eigentlich wollten wir einen Hubschrauberflug zu den Gletschern der Südalpen machen, aber wegen zu viel Wind wurde der leider abgesagt (nach unseren Erfahrungen mit dem typischen Wetter hier müssten die neuseeländischen Hubschrauber-Firmen längst Pleite sein).  Die zweite Etappe geht an den Lake Tekapo, einem Stausee, der von den Gletschern gespeist wird und deswegen unverschämt türkis leuchtet, wenn die Sonne scheint (das tut sie heute tatsächlich). Der Weg durch die Südinsel quert unbesiedelte, großartige Landschaften amerikanischer Ausmaße. In der Ferne erheben sich die weiß verschneiten Berggipfel um den Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands. Hie und da ein paar Schafe und Kühe auf den kargen Weiden. Überhaupt wächst hier nicht viel außer Grasbüscheln und ein paar Sträuchern, wunderschön sind aber große Flächen mit blühenden Lupinen. Am Lake Tekapo gibt es nur einen Campingplatz der hässlichen Sorte, aber wir machen das beste daraus und fahren zum Sonnenuntergang an das Seeufer, um dort unser Abendessen zu bereiten. Die Gegend ist zum Sternegucken besonders geeignet, da es wenig Lichtverschmutzung und oft einen klaren Himmel gibt. Das Teleskop auf dem Hügel neben dem Campingplatz wird entsprechend vermarktet, aber zu Preisen, dass man heulen muss und dann natürlich keine Sterne sieht. Also gucken wir so in den Himmel und sehen ganz für umsonst, dass der Orion auf der Südhalbkugel auf dem Kopf steht. Die dritte Etappe in die Nähe von Christchurch ist ereignisarm und windig aber am Ende wartet einer er schönsten Campingplätze dieser Reise auf uns in der Duvauchelle Bay – bestes Wetter, keine der üblichen Plagen wie Wind, Sandfliegen, bettelnde Vögel, Lärm, etc. sondern ein sagenhaft schönes, unverstelltes Panorama auf die Bucht und die Hügel dahinter.

Queenstown

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