Restaurant (be-)suche

Oft sind die besten Restaurants in den riesigen (unterirdischen) Bahnhofskomplexen und daran zu erkennen, dass sich mehr oder weniger lange Schlangen davor bilden. Es gibt nicht überall englische Speisekarten bzw. Aushänge, dafür aber oft Bilder oder Plastikvarianten der Gerichte im Schaufenster. Die Bilder wollen einem weis machen, dass man von dem abgebildeten satt würde – weit gefehlt. Japan hat eine große Bonsai-Tradition, nicht nur bei Bäumen auch beim Kochen! Daher tun wir gut daran, gleich mal 4-5 Gerichte zu bestellen. Bei Grünzeug (Gemüse, Salat, Obst) hat man sich in Japan Samuel Hahnemann, dem Erfinder der Homöopathie, zum Vorbild genommen – die Potenzierung des Nichts wird auch beim Preis konsequent durchgehalten. Nichtsdestotrotz gibt es zahlreiche sehr leckere Gerichte und natürlich ist Sushi immer eine sichere Bank. Besonders wenn es am Band daher kommt, löst sich das Problem mit dem Satt-Werden bzw. verschiebt sich an die Kasse. Günstig und gut sind die Ramen Suppen mit viel Reisnudeln, eine der wenigen Quellen für Kohlehydrate in Japan. Angenehm ist übrigens auch, dass grundsätzlich für nix Trinkgeld erwartet wird, da kann man dann auch nichts falsch machen. Beim Verlassen des Restaurants, welches in den meist offenen Küchen von jedem Angestellten bemerkt wird, schallt es einem ein vielstimmiges und vielfach wiederholtes ‚Arigatō gozaimasu ‚ (vielen Dank) unter tiefen Verbeugungen hinterher, man fühlt sich tatsächlich geehrt ob der Aufmerksamkeit, eine der schönen Traditionen in Japan.

Running Sushi im Bahnhof von Kyoto: Nur durch geduldiges Schlange-Stehen vor der Tür sind die begehrten Plätze zu ergattern.

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