Einkaufen

Man muss sagen, es gibt auch einiges was nervt. Gut, man kann nicht erwarten, dass die Japaner ihr kunstvolles Gekritzel durch schnöde Buchstaben ersetzen, aber dass Google Translator dabei so vollständig, umfassend, total versagt, die Zeichen zu übersetzen, ist schon überraschend – offenbar ist das Japanische der künstlichen Intelligenz eine Nummer zu groß. Das Problem dabei: Es gibt NICHTS zu kaufen, was nicht bis zur Unkenntlichkeit in mehrere Lagen Plastik eingeschweißt, gewickelt, gefaltet und geklebt ist. Der Inhalt bleibt also dem Leseunkundigen im wahrsten Sinne des Wortes verschlossen. Immerhin gibt es vereinzelt Bananen, Äpfel und Trauben in transparentem Plastik, die kosten dafür aber pro Stück soviel wie bei uns das Kilo. Ein völliges Rätsel bleibt dagegen die Sauberkeit der Straßen und Plätze angesichts dieser Verpackungsorgie und der gleichzeitigen Abwesenheit jeglicher Mülleimer im öffentlichen Raum.

Das absolute Highlight zum Thema Verpackung sind die sehr beliebten und überall erhältlichen Reis-Dreiecks-Snacks (Onigiri). In einer Handvoll Reis befindet sich ein wenig Fisch, Seetang, oder gänzlich undefinierbare Geschmackszutat, eingewickelt in ein Nori-Blatt. Trotz des meist fischigen Inhalts liegt das Haltbarkeitsdatum 4 Jahre in der Zukunft. Völlig ungenießbar für die Japaner wäre es aber schon nach einem Tag, würde sich das knusprige Nori-Blatt mit der Feuchtigkeit des Reisbällchens vollsaugen. Die einzige Lösung liegt in der Vollendung der Verpackungstechnik, die es (wenn man den Aufreissfaden korrekt nutzt) mühelos erlaubt, die Umverpackung gleichzeitig mit der Folie die zwischen Nori-Blatt und Reis liegt in einem Zug wie ein inverses Origami auseinander zu ziehen. Dann bleibt nichts an den Fingern kleben und die Gaumenfreuden werden nur noch von der Bewunderung japanischer Verpackungskünstler getoppt.

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