Rafting im Rio Petrohue

Zahlreiche Vulkane liegen in diesem Gebiet, der schönste und größte ist der Osorno. Zu seinen Füßen fließt der Rio Petrohue.

Das war heftig, was anfänglich nach einem gemütlichen Nachmittagsausflug aussah, entpuppte sich als mega spannende Unternehmung. Der Rio Petrohue ist ein richtig wilder und wasserreicher Fluß, 3-5 m tief und mit einer Kaskade von Stromschnellen versehen. Mit Neopren-Anzug, Schwimmweste und Helm versehen, wurden die Teilnehmer in die Kommandos eingewiesen und über das Verhalten beim Kentern oder Mann über Bord instruiert. Zum Glück ist aber keiner raus gefallen, 50:50 sagte der Guide hinterher, sei die Quote. Die Quote Männer zu Frauen beim Sprung von dem Felsen war dagegen in unserer Gruppe 100:0.

Ach, Chile

Der Beginn in Chile ist leider auch mühsam. Wir fliegen von der Osterinsel nach Santiago und nach einer Übernachtung im Flughafenhotel weiter nach Puerto Montt, dem nördlichen Einstieg von Patagonien. Es ist Hochsaison und manche Sachen, die man sich einbildet sind entweder ausgebucht oder unglaublich schwierig zu organisieren. Einen Mietwagen zu bekommen kostet mich einen ganzen Tag.
Keine (!) Website funktioniert, wie man das aus anderen Teilen der Welt gewohnt ist. Funktionierende Geldautomaten sind auch Glückssache und verlangen zudem unverschämte Gebühren, höher als irgendwo sonst auf der Welt.
Im Supermarkt muss man akzeptieren, dass es nur gezuckerte, mit unzähligen Fruchtzusätzen verseuchte frische Milch gibt, normale Milch aber nur als H-Milch angeboten wird.
Im Prinzip gibt es eine sicher traumhaft schöne 4-tägige Schiffspassage durch die Kanäle Patagoniens von Puerto Montt nach Puerto Natales ganz im Süden, aber bis auf fensterlose Kabinen ist leider alles ausgebucht.
Zu den organisatorischen Problemen gesellt sich bei Susi eine zähe Erkältung, die tagelang jegliche Unternehmung verhindert. Immerhin waren wir in Puerto Montt in einem sehr hübsch hergerichteten Fischmarkt am Hafen, indem auch viele kleine Restaurants und Souvenirshops angesiedelt sind. Auch konnte man eine kleine Bootstour unternehmen, auf einem ähnlichen Boot, wie auf dem Bild unten

Ein bisschen eine Herausforderung ist auch, dass praktisch niemand Englisch spricht und das Spanische hier so undeutlich ausgesprochen wird, dass es wirklich schwierig ist, auch nur den Kontext zu erkennen. Im direkten Gespräch wiederholen die Chilenen aber gerne das Gesagte nochmal langsamer, da steigen die Chancen auf Verständigung. Bei unserer Unterkunft Casa Azul in Puerto Varas haben wir das Glück, in die Hände eines deutschen Auswanderers geraten zu sein. Er jammert zwar am liebsten über seine Probleme mit Booking.com, besonders, wenn die Gäste seiner Meinung nach unfair bewerten, zwischendurch sind aber seine Einlassungen zu Chile ganz erhellend. Selber jetzt auch genug gejammert und es wird besser werden…