Osaka hat uns als zweitgrößte Metropolrergion Japans doch überrascht. Es gibt eine vielfältige und spannende Hochhaus-Szene inmitten zahlreicher Wasserwege. Aber noch erstaunlicher: An vielen Stellen der Stadt, insbesondere an den Kanälen, kann man sich beim Biertrinken oder Essen die klimatischen rauen Bedingungen von ca. 23° Celsius schutzlos zumuten – unerhört für die meisten Einheimischen, die es vorziehen im Inneren der Lokale bei ihren gewohnten 19,57834° das Tageslicht zu meiden. Und Lokale gibt es wirklich unzählige in unserem Viertel Nihombashi, von einfachen Pommesbuden bis hin zu Luxusschuppen, in denen jeder Tisch in einem separaten Zimmer steht, mit Fensterfront auf den Kanal. Einsamkeit und Platz sind eben der ultimative Luxus in Japan. Und noch etwas ist anders in Osaka: Hier schließen nicht alle Gaststätten und Geschäfte schon um 5 oder spätestens 6 Uhr, ja es geht sogar abends richtig lebendig zu in diesem Viertel der Stadt.
Insbesondere – wieder einmal – das Gebäude des Hauptbahnhofs, erst 2013 eröffnet, ist in vieler Hinsicht ein spannender öffentlicher Raum. Es erstreckt sich ein gewaltiger Baukörper mit viel Glas und Stahl über ein dutzend Ebenen, das Labyrinth der Metrogeschosse im Untergrund nicht mitgerechnet. Eine große Brücke überquert die Gleise, die Fläche wird gerade für eine Gartenschau genutzt. Weiter oben gibt es eine Dachterrasse mit Cafe und Laden und ganz oben, das Filetstück des Komplexes ist mit einem Gemüse- und Kräutergarten bepflanzt, auf einer Schräge wachsen zahlreiche Weinreben, Blumenrabatten und Bänke gibt es auch, aber keinerlei kommerzielle Nutzung. Der Blick gleitet von den tollen Hochhäusern in der Nähe bis in die weit entfernten Berge über die endlose bebaute Fläche mit über 17 Millionen Einwohnern.

Man kann sich in Osaka sehr gut die Füße wund laufen, das Netz des öffentlichen Nahverkehrs weist Lücken von der Größe eines Münchner Stadtviertels auf. Es gibt scheinbar keine Busse, nur ein Metrosystem mit einem Abstand der Stationen von ca. 2 Kilometer. Gut, dass wir morgen weiterfahren, um nahe des berühmten Bergs Fuji-San wandern zu gehen…








