Hiroshima und Miyajima

Natürlich haben wir Hiroshima besucht, weil hier die erste nukleare Bombe zur Vernichtung einer Stadt abgeworfen wurde. Dieses Ereignis ist nach über 70 Jahren durch die ikonografische Ruine der ehemaligen Handelskammer sowie die Gedenkstätten und das Friedensmuseum bedrückend spürbar. Es scheint für Japan insgesamt das zentrale Element der Geschichte des 20. Jahrhunderts zu sein. Der Friedenspark mit seinen Mahnmalen wird nicht nur von Touristen, sondern besonders von zahlreichen Schulklassen täglich besucht. Das Andenken an die 140.000 unmittelbaren Opfer in Hiroshima steht dabei im Vordergrund und ist stark verbunden mit dem Appell zum Frieden und zur nuklearer Abrüstung. Kaum ein Thema ist indes die Frage, welche Schuld japanische Politik und Militärs an dieser Apokalypse tragen. Im Friedensmuseum sind eine Vielzahl von einzelnen Schicksalen nachgezeichnet und mit unsäglichen Bildern und Exponaten verknüpft. Die perfide Taktik war, die Stadt von konventionellen Luftangriffen zu verschonen um eine präzisere Auswertung der Explosionswirkung zu erhalten. Die Bevölkerung war vollständig ahnungslos, da es keinerlei Warnung gegeben hatte, auch dies, um den Schrecken zu potenzieren. Ob die Opfer von Hiroshima und Nagasaki letztlich dazu beigetragen haben, dass die Atommächte eine Eskalation militärischer Gewalt mit nuklearen Sprengkörpern bisher vermieden haben?

Miyajima

ist eine bergige, vollständig bewaldete und von mehr zahmen Rehen als Menschen bevölkerte Insel in der Bucht von Hiroshima. Außerdem gibt es zahlreiche, tödlich giftige, Japan-Vipern – auf den Warnschildern. Die höchste Erhebung ist der Berg Misen mit 535 m, den man auf drei verschiedenen Wegen sowie mit einer Seilbahn erreichen kann. Wir sind, typisch deutsch, gelaufen und leiden ob der 2000 Stufen auf dem Weg runter an einen leichten Muskelkater ;-). Auf der Insel gibt es mehrere berühmte Schreine. Leider war eines der Wahrzeichen Japans, das Tor Itsukushima, wegen Renovierung verhüllt, trotzdem ist diese Insel ein bezaubernder Ort und wird zu den drei schönsten Landschaften Japans gezählt.

Der Daishoin Tempel, ein entrückter Ort im Wald.

Der Herbst beginnt und vereinzelt, noch zaghaft, zeigt sich die bezaubernde Laubfärbung der japanischen Ahornbäume, die so winzige Blätter haben, als wären sie allesamt Bonsai-Kunstwerke. In Japan fällt ja vieles aus Platzmangel zwei Nummern kleiner aus als bei uns, Zimmer, Autos, Japaner, …

Kein Ahorn, aber dafür schon jetzt zur Jahreszeit passend farblich gestaltet

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