Manchmal sind wir gezwungen, uns für eine Nacht in ein kostspieliges Ressort einzumieten. In Fiji und Samoa gibt’s einfach zwischen Schlafsack am Strand und Luxusschuppen kaum Alternativen. Das hat Vor- und Nachteile. Meist vorhanden, aber keineswegs sicher ist ein eigenes Bad, aus dem man sich auch seine Shampoo-Vorräte auffüllen kann. Auch die Zahl der Krabbelviecher nimmt umgekehrt proportional aber keineswegs exponentiell mit dem Preis ab.
Dann kommen wir schon zu den Nachteilen: Fast immer ist eine Klimaanlage röhrend an ihrer Leistungsgrenze unterwegs, die wir zwar sofort abstellen (für arktische Kälte hätten wir ja daheim bleiben können) aber je nach Bauweise kommt man dann vom Regen in die Traufe. Bei massiven Betonwänden und gekachelten Böden setzt nun ein massives Kondensieren ein (99,9% Luftfeuchte bei >30°) was dazu führt, dass die Spiegel erblinden, das Wasser von den Wänden läuft und das Laufen auf den feuchten chinesischen Marmorplatten alle Konzentration erfordert.
In den überteuerten Restaurants halten sich die Ärgernisse mit den Anekdoten die Waage. Einmal war die Espressomaschine defekt, die Kaffeemaschine ebenso und es gab nur koffeinfreien, löslichen Kaffee in Tütchen in denen neben Spuren von Kaffeepulver reichlich Zucker und Milchpulver enthalten waren. Langsam gewöhnen wir uns auch an das gedrillte Protokoll des Personals: ‚How are you?, how was your day?, did you enjoy your meal? thank you for choosing xy ressort‘, aber nie entspinnt sich ein lockeres Gespräch über Gott und die Welt und natürlich die Kinder.
Nach dem Überreichen der Speisekarte kreist der Kellner selten mehr als 1.5 m um den Tisch, lauert auf seinen Einsatz und muss manuell zwei- bis dreimal wieder in einen höheren Orbit gebeamt werden.
Low Score beim Abräumen: Wir amüsieren uns beim Zählen der Sekunden nach dem die Gabel mit dem letzten Bissen den Mund verlassen hat, bis der Ober kommt und angesichts des leeren Tellers fragt, ob er wir schon fertig seien. Selten kommen wir über drei. Auch sind die Zuständigkeiten nicht geklärt und da Nebensaison ist, kommt gerne auch noch ein zweiter und dritter Kellner zum Nachfragen, ob es noch ein Bier oder eine Nachspeise sein darf.
Wir freuen uns schon auf das Zelten im Dauerregen bei 10° in Neuseeland ?

