Manta Manta!

Unser nächstes Resort ist Barefoot Manta; mit dem Yasawa Flyer fahren wir bei schönstem Sonnenschein von Blue Lagoon etwa 2 Stunden an den Yasawas entlang, bis wir scharf links einbiegen in den schmalen Kanal zwischen den Inseln Drawaqa und Naviti. Hier liegt das Resort an einer Landspitze mit Stränden in drei Himmelsrichtungen, Sunset-, Sunrise- und Manta Ray beach. Wir haben einen fantastischen, offenen Bungalow direkt am Sunset beach mit Hängematte zwischen Palmen und einem Bankerl am Strand. Zuvor werden wir unterwiesen in die Gepflogenheiten des Resorts, so wird z.B. bei der Sichtung von Mantas auf einer großen Trommel Alarm geschlagen damit alle, die Mantas sehen wollen zur Tauchbasis eilen können. Blablabla, die Manta-Saison ist von August bis Oktober und jetzt vorbei… Noch bevor wir unsere Hütte bezogen haben, geht schon die Trommel. Wir hasten zu unserem Rucksack, reißen die Taucherbrillen heraus und sputen uns, noch passende Flossen zu bekommen, bevor wir das Boot mit zahlreichen anderen Gästen besteigen, welches uns wenige 100m hinaus in den Kanal bringt. Der erste Eindruck nach dem Hineinspringen ist milchig-blau, man sieht in der Brühe genau nichts. Aber genau das ist es, was die Mantas schätzen. Durch den flachen Kanal zwischen den Inseln strömt das Wasser jeweils bei Ebbe und Flut hindurch und schwemmt dabei Plankton und anderen Dreck hindurch. Die Mantas müssen also nur das Maul aufsperren und durch ihre leicht versalzene Suppe schwimmen um sich satt zu fressen. Zunächst sieht man aber nur viele nackte Beine mit bunten Flossen dran, aber plötzlich kommt da was viel größeres Schwarzes schemenhaft in Sicht und tatsächlich kommt der erste Manta so dicht heran geschwommen, dass mir ein wenig mulmig wird, aber gleich fliegt er elegant vorbei und wieder davon. Nach einer Weile wiederholt sich das Schauspiel, aber jetzt bin ich besser vorbereitet und folge dem Manta mit kräftigem Flossenschlag, denn sie haben es gar nicht eilig oder können vielleicht gar nicht schneller. Am besten ist, sich nicht in der Gruppe der planschenden Massen aufzuhalten, sondern einfach etwas abseits zu warten, bis wieder ein Manta vorbei geflogen kommt. Jedenfalls scheinen die Tiere nicht im Mindesten beeindruckt und ziehen ihre Bahnen unter oder neben den vielen Gaffern, manchmal mit beeindruckenden Wendemanövern, immer ein paar Putzerfische wie unten angklebt im Schlepptau. Zwischendurch gerate ich in einen riesigen Schwarm ganz absonderlich silberner Fische, die ihr Maul unglaublich weit aufreißen können, um ebenfalls das Plankton aufzusaugen. Das Paddeln gegen die Strömung und das Verfolgen der Mantas ist ganz schön anstrengend, so dass wir, fix und alle, wieder in das Boot steigen, noch völlig geflashed von den fliegenden Unterwasser-Giganten.

Seit meine Mutter, etwa als ich 12 war, einen pampasgrasgrünen Manta mit sagenhaften 90 PS gekauft hatte (mit dem ich dann etwas später auf nicht öffentlichen Feldwegen im Hintertaunus fahren gelernt hatte), war ich fasziniert von diesen Tieren. Habe aber heute erst verstanden, wo auf dem Logo vorne ist: das stumpfe Ende schwimmt voraus.

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