Geflo (g|h) en nach Vanuatu

Die Weiterreise nach Vanuatu war schon spannend. Dem Taifun sind wir um einen halben Tag zuvorgekommen, dann war da noch ein Erdbeben unweit von Tokyo, kurz nachdem wir abgehoben haben… In Fidschi (oder Fiji) mussten wir umsteigen nach Vanuatu (Port Vila). Auch hier hatten wir wieder Glück. Der Technik-Verantwortliche hatte die Normierung der Stromstecker in der Südsee falsch eingeschätzt und plötzlich waren wir von einem totalen blackout bedroht. Zum Glück fand sich auf dem Flughafen der passende Adapter und dieser Brandherd konnte schnell erstickt werden. Der Weiterflug nach Port Vila verzögerte sich, da in der Business Class etwas zu richten war. Gravierender war die Durchsage, dass wegen Überladung des Fliegers 29 Taschen wieder ausgeladen werden mussten. Man möge sich in Port Vila an den Gepäcksuchschalter wenden… Mit Anspannung verfolgten wir das Gepäckband nach der Ankunft in der Schlange vor dem(!) Grenzbeamten und tatsächlich tauchten unsere Rucksäcke nach geraumer Zeit von der kurzen Strecke zum Terminal von einem tropischen Schauer ein wenig gewässert auf dem Band auf, hinter ca. 20 riesigen schwarzen Taschen vermutlich einer Taucher Reisegruppe.

Der avisierte Abholer Carlo war zwar nicht aufzufinden, dafür aber andere Taxifahrer, die versicherten Carlo zu kennen und für die selbe Gesellschaft zu arbeiten. Es gibt ja nicht viele Flughäfen auf dieser Welt, auf denen man den Aussagen der Taxifahrer vertrauen kann, aber hier war es ‚ois isi‘.

Hier ist alles ganz anders als in Japan, nur der Wechselkurs ist sehr ähnlich und leider auch die damit verbundenen Preise. Wir haben eine süße Holzhütte in einem tropischen Wäldchen mit großem Bad im Freien. Es gibt wenige, nach Aussage der Chefin harmlose Mücken und sogar das Leitungswasser kann man trinken. Nach Sonnenuntergang werden die Zikaden eingeschaltet, aus Energiespargründen aber gegen 21 Uhr wieder abgedreht. Wir wohnen an der Ringstraße von Vanuatu, in etwa drei Kilometer Verlängerung von der Startbahn. (Vergleichbar mit Ikea in Freising), aber die Ruhe ist großartig (von kurzen Unterbrechungen durch die Übungen des hauseigenen Alleinunterhalters mit seiner Hammondorgel abgesehen). Hier ist alles viiiel l a n g s a m e r, das Internet, die Bedienung, das Wasser aus der Dusche. Es gibt eine vielfältige Speisekarte, aus der wir uns was spannendes bestellen, bis der Koch kurze Zeit später kommt und erklärt, dass leider alles aus sei, außer einem Reiscurry – naja, wir haben keine Wahl und setzen die Reisdiät fort.

Ganz in der Nähe befindet sich der idyllische Mele Wasserfall, mit einigen Badegumpen mitten im Urwald, zu denen man besser in Badesachen barfuß ‚wandert‘.

Später erfahren wir, dass der Wasserfall vom nahen Dorf Mele den Chinesen verkauft wurde, tragisch, denn die haben ihn eingezäunt, verlangen einen saftigen Eintritt von 16 € und sperren damit die Dorfgemeinschaft praktisch aus. Dies ist wohl kein Einzelfall im Südpazifik, auch mit zahlreichen Straßen- und anderen Infrastrukturprojekten wird massiv Einfluss ausgeübt, mit dem Ziel, in der Uno Stimmen der kleinen Pazifikstaaten zu kaufen, denn die zählen genauso viel wie jedes andere Land. Australien versucht dagegen zu halten und finanziert Krankenhäuser etc. Ein Wettrennen um Einfluss in der Region, dessen langfristige Folgen die Einheimischen nicht überblicken, wenn das schnelle Geld winkt.

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