Die blaueste Lagune der Welt

Tahiti hatte ja noch was gut zu machen, von Silvester und Neujahr. Das ist mit dem Ausflug in die blaue Lagune, eine Lagune innerhalb des Rangiroa Atolls mehr als gelungen. Nach einer Stunde Bootsfahrt erreichen wir eine Landschaft, wie von einer dieser Fototapeten, die in den 70ern so modern waren – aber ganz ohne Photoshop. Die Farben wie aus der Sprühdose lackiert, fast blendend weißer Sand, rosa Sand, sattgrüne Palmendschungel und alle Blautönungen im 30° warmem Wasser, die man auch mit ‭4.294.967.295 ‬ Farben nicht malen kann.

Am Rand der Lagune machen wir halt in Shark City – es wimmelt nur so von Haien, die sich in dem klaren Wasser auf weißem Sand wunderbar beobachten lassen. Aber Hallo, da kommt die nachdrückliche Aufforderung des Kapitäns: Flossen anziehen, Taucherbrille auf und raus ins Meer. Ach, wirklich? Zu unserer Ausflugsgesellschaft zählen auch eine einheimische Familie und Familienangehörige des Kapitäns und nachdem diese die Worte des Kapitäns nicht (wie wir) für einen Scherz gehalten haben und sich tatsächlich ihre Ausrüstung anlegen, kann es ja so gefährlich nicht sein. So springen wir also hinein und lassen uns von den vielleicht 20 Schwarzspitzen Riffhaien umkreisen, mal näher, mal ganz nah und sie beißen wirklich nicht. Endgültig überzeugt sind wir, als die vielleicht 4 jährige Tochter, in einen Rettungsring gesteckt, ebenfalls ihre Füße den Haien vors Maul hält. Auch ein Zitronenhai ist mit von der Partie. Nachdem wir alle wieder an Bord sind, ist klar was hier gespielt wird: Der Kapitän hat einen großen Thunfischkopf im Sack und nun beginnt des Spektakels zweiter Teil, der die Haie sichtlich mehr animiert, als die Beine der Schnorchler. Ein wildes Geraufe um die besten Stücke entbrennt und manch ein Hai lässt sich sogar, in den Köder verbissen, gänzlich aus dem Wasser ziehen.

Dann geht es weiter hinein in die Lagune, vorsichtig um die Korallenstöcke manövriert, in das bald nur noch knietiefe Wasser. Die letzten 100 Meter waten wir durch das Badewannenwasser mit feinem weißen Sand, alle Vorräte für das Mittagessen in schwimmfähige Kühlboxen verpackt, zu einer der kleinen Inseln, auf der es unter den Palmen eine offenen Küche und einen großen Tisch unter einem Dach gibt. Diese Insel, so erfahren wir später, gehört der Familie und es hat den Eindruck, als kämen sie hier zu einem Wochenendausflug her. Der Grill wird angeheizt und während wir in der Lagune schnorcheln, die Insel zu Fuß umrunden und mit den ganz kleinen Haien in dem flachen Wasser spielen, bereitet der 2. Kapitän und Sterne-Koch ein phantastisches Mittagessen aus frischem Fisch, Kokosbrot und einem Topf Reis. Während die Gäste essen, spielt der Kapitän auf seiner Ukulele und die Einheimischen singen mit.

Für die Rückfahrt gibt es noch zwei extra Programmpunkte. Der Kanal beim Dorf Avatoru hat sich in einen reißenden Strom verwandelt, da die Ebbe das Wasser auf den Ozean hinauszieht. Noch ungläubiger als bei den Haien sind wir, als es wieder heißt: Raus zum Schnorcheln. Aber auch hier war es nicht der Versuch, sich der Touristen zu entledigen, sondern ein gemeinsames Erlebnis, als alle auf ein Kommando vom Boot sprangen um ein paar hundert Meter mit der Strömung zu treiben und unter Wasser die Fischschwärme zu beobachten, die sich auch nicht die Mühe machen, gegen die Strömung anzuschwimmen. Wieder im Boot ging es noch etwas weiter durch den Kanal bis zu dem Punkt an dem sich die Brandung am Außenriff bricht und dort befindet sich ein toller Surfspot und tatsächlich war ein Surfer unterwegs mit einem Bodyboard, also eine Art angeschnalltes kleines Surfbrett, mit dem er einige tolle Ritte absolviert hat. Was für ein Tag, vielleicht der beste der ganzen Reise bisher!

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